Kommentare 3

Ein Straßenpfosten ist kein Rad

Es sind der großen Gefühle viele. Das Herz dem Zerspringen nahe, die Hände gepresst auf die bebende Brust, ist es zur Abwechslung doch schön, sich den kleinen, aber durchaus bedenkenswürdigen Dingen im Leben zu widmen – da schau her, ein Straßenpfosten.
Ein Straßenpfosten ist kein Rad. Das ist von daher betrüblich, weil die Erfindung des Rades einen unumstrittenen hohen Stellenplatz in der Geschichte unserer Zivilisation aufweist. Dem Erfinder des Straßenpfostens dagegen, wird wohl keiner ein güldenes Schild ans Haus nageln, auf dem gravierte Schnörkel verkünden „Hier erfand Alois Müller 1697 den Straßenpfosten“. Kein Tourist, berauscht von angelesener Kenntnisshoheit, wird zeigefingernd verkünden „Ich sage dir Gudrun, Alois Müller hätte 1698 beinah auch noch den Straßenbegrenzungsstreifen erfunden, wenn ihm der Chines‘ nicht zuvor gekommen wär. Ja ja, diese Chinesen…“.
Ich könnte an dieser Stelle leicht geflunkert haben. Dass ich Alois Müller posthum den Ruhm wieder entreißen muss, ist schade – aber wahrscheinlicher wird’s so gewesen sein, dass der Römer den Straßenpfosten erfunden hat. Diese Römer! Da grämen sich heute noch alle Erfinder. Was der Römer nicht alles erfunden hat! Sack Zement! Eben diesen!
Selber schuld jedoch, dass sie das Patentrecht nicht besser nutzen konnten Dieses findet schon um 720 v. Chr. in einer griechischen Kolonie in Süditalien(!) Erwähnung in den Geschichtsbüchern. Kein Wunder also, dass das römische Imperium untergegangen ist. Was ihr ja mal auf einer Party als hard fact unter die people bringen könnt.

3 Kommentare

  1. Pingback: Linksrum vom 12.11.2009 | Hey Tube

Schreibe eine Antwort