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Marcus Wiebusch – Der Tag wird kommen

Auf Blogs und Twitter kommt man derzeit nicht am Video zum Song „Der Tag wird kommen“ von Marcus Wiebusch vorbei. Zu Recht. Auch hier soll es nicht fehlen. Ein schönes Statement gegen Homophobie im Fußball und in der Gesellschaft. Und ein verdammt wichtiges.

All ihr homophoben Vollidioten, all ihr dummen Hater
All ihr Forums-Vollschreibeer, all ihr Schreibtischtäter
All ihr miesen Kleingeister mit Wachstumsschmerzen
All ihr Bibel-Zitierer mit euer’m Hass im Herzen
All ihr Funktionäre mit dem gemeinsamen Nenner
All ihr harten Herdentiere, all ihr echten Männer
Kommt zusammen und bildet eine Front
Und dann seht zu was kommt

Marcus Wiebusch – Der Tag wird kommen

Pop war schon immer auch ein bisschen scheiße

Nicht, dass ich den Echo 2014 gesehen hätte. Nicht, dass ich irgendeinen Echo gesehen hätte. Nicht, dass ich Helene Fischer schon mehr als 3 Sekunden in meinem Leben singen angehört oder angesehen hätte. Dass ich mich jetzt trotzdem dazu äußere, hängt damit zusammen, dass ich mich ein bisschen wundere. Man regt sich derzeit in den Blogs über den aktuellen Zustand des Pop auf. Hier stellvertretend erwähnt seien: Nilz Bokelberg und Huck.

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Bestimmte Rechte vorbehalten von p_a_h

Mitfühlen kann ich da auf jeden Fall. Wer sich eine Show in Gänze oder Halbe antut, in der Helene Fischer moderiert, singt und Preise bekommt, der verdient Mitleid. Daher war ich erst sehr geneigt, diese Rants zustimmend abzunicken. Doch dann fiel mir auf, dass man sich hier über den Niedergang von Pop beklagte.  Moment mal, dachte ich, du bis zwar jung, aber da hast du doch schon was gelernt:

Pop war schon immer auch ein bisschen scheiße. Und Schlager. 

Auf dem Flohmarkt schon mal durch Platten der 70er und 80er gewühlt? Schon mal durch alte Charts geklickt? Ein Chart-Show gesehen? Einen Abend lang einer Cover-Rock-Band gelauscht?

Im Nachhinein verdichtet sich der Pop vielleicht zur Qualität. Eine Auslese durch die Zeit.  Ein bisschen Nostalgie trägt da auch gerne zu bei. Doch in der Gegenwart sieht das anders aus. Vielleicht hilft es sich auch in Erinnerung zu rufen, was beim Echo gefeiert wird: Die Verkaufszahlen der Musikindustrie.

Was erwartet man von einer Industrie? Was erwartet die Industrie von sich selbst? Dass sie hohe Stückzahlen produziert und verkauft. Masse statt Klasse. Und da sucht ihr eure Musik-Kultur? Sorry, aber sucht ihr auch Liebe bei einer Prostituierten?

Wenn Schlager gekauft wird, wird Schlager verkauft. Wir leben in einer Konsum-Demokratie. Klar beeinflusst durch Werbung, durch Tunnelblick. Aber es gibt nun mal Millionen, die Helene Fischer, Tim Bendzko und Santiano kaufen. Das kann weh tun und es tut weh, aber so ist das eben. Das war schon immer Teil des Pop.

Auf der anderen Seite: Pop kann natürlich auch sehr großartig sein kann und von großen Künstlern leben. Nicht nur Scheiße verkauft sich gut. Aber leider eben auch.

Über das Altern mit Bildschirmen

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Bild: Nicht jeder Smarthphone-Nutzer ist ein Esel. Nicht jeder Esel ist ein Smartphone-Nutzer1.

Das Techniktagebuch

Eines der für mich spannendsten Tumblr ist derzeit das Techniktagebuch (Leitsatz: Ja, jetzt ist das langweilig. Aber in zwanzig Jahren!) von unter anderem Kathrin Passig und Anne Schüßler.
Nicht, dass wir unter einem Mangel an Technik-Berichterstattung leiden würden. Heutzutage hat jedes Smartphone-Modell seine eigene Blogosphäre und jedes Handy-Spiel seine Community. Spannend ist am Techniktagebuch aber der geänderte Blickwinkel, der fragmentarisch und subjektiv den Einsatz und die Entwicklung von Technik (auch im Sinne von Web-Tools, Seiten, Geräten, digtialer Arbeitsmethoden) im Alltag einfängt.

Das Beste daran: Das ist schon jetzt nicht langweilig.

Die Screenagerliebe

Vermutlich unbestritten, die größte kommunikative und soziale Veränderung in den letzten Jahren dürfte das Smartphone sein. Mindestens. Das kann man kritisieren. Das kann man bejubeln. Das kann man aber auch unterhaltsam dokumentieren. Das Tumblr Screenagerliebe tut das.

  1. Wie man an den leicht gespitzten Lippen sieht, pfeift mein Bruder hier auf seine Bildrechte []

Olympia

Es bleibt die Frage: wie boykottiert man etwas, dass man aus zutiefst empfundener Langweile sowieso ignoriert?

Man erwähnt es der Vollständigkeit halber in seinem Blog.

Altern und Vergessen

Gefühlt kam das jetzt zwar 10 Jahre zu früh, aber man muss das Leben eben nehmen, wie es kommt. Der Verfall schleicht sich auch durch das eigene Leben. Dann. Irgendwann. Stellt man Dinge fest. Wie: Ich brauche eine Brille.

Wie ich aber in einer Optiker-Kette von einem mittelmäßigen Optiker eine handelsübliche Brille bemaßen und bestellen lies, ist beim besten Willen keine unterhaltsame Geschichte und sei nur der Chronistenpflicht halber erwähnt. Daher im Bildungsauftrag, nun frisch aus der senilen Rumsurferei, drei Links:

Das Gehirn älterer Menschen wird nicht leistungsschwächer. Es weiß einfach mehr. Das behaupten Forscher der Uni Tübingen.

In der taz: Demografie als Angstmacher
Jenseits der Panikmache: Statistikprofessor Gerd Bosbach hinterfragt seit langem Hintergrunddaten zum demografischen Wandel.

forgotify.com 4 million songs on Spotify have never been played.
Not even once. Let’s change that.