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27. Juni 2011 - 21:48 Uhr
~ Augenblickpunkte ~
Kleine Vorgeschichte: Seitdem mich meine Fähigkeit Improvisation und rohe Gewalt zu mischen zum Computerexperten im Familien- und Freundeskreis gemacht hat, predige ich Backups. Leute echt jetzt, macht Backups! Zwei meiner Laptops suicidierten. Nun ja. Ich hatte Wasser gepredigt. Meine in jahrelanger Kleinarbeit gehegte und gepflegte Feed-Liste starb einen digitalen Tod. Seitdem sammel ich die alten, liebgewonnenen Feeds wieder ein, so gut sich das eben noch rekonstruieren lässt. Viele Blogs gibt es auch nicht mehr oder die letzten Beiträge sind älter als Monate oder Jahre.
Aber Freunde, so langsam könnte man sich doch (wieder oder endlich mal?) so richtig mit dem Bloggen an sich anfreunden. Die Debatten (Säue durchs Dorf, Relevanz, äh.. und noch mehr Relevanz?) sind schon lange tot. Die Geltungssucht sternwortwitzelt auf Favstar Twitter. Dem Volk gefallen Dinge auf Facebook.
Liebe noch mitlesende Veteranen, Beteiligte alter Diskussionen, gibt es euch noch? Wo stehen die Blogs heute? Oder wie läufts? Oder hat sich das Ganze ausgesessen?
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a.) des Wandels
b.) der Cholera
c.) der Evolution lustiger Katzenvideos
d.) der Zeit
e.) der unsinnigen Aufzählung möglicher Titelvarianten

Dorffest in Burgweiler. Da sollte man sich nichts anderes vornehmen.
Für einen Wirtschaftswissenschaftler ist der Markt das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage. Für einen jungen Menschen ist der Markt das Zusammentreffen von Verzweiflung und Hoffnung im Angesicht des eigenen Geldbeutels. Beispielhaft sei hier der Wohnungsmarkt angeführt. In einem Film könnte man Sidekick-Joe in einer verrauchten Kneipe am Tresen whiskeyschwanger phrasieren lassen: “Der Wohnungsmarkt hat seine eigenen Gesetze.”
Denn hier kommt nicht der Maler, der seine Farbpalette pfauengleich entfächert. Man kann nicht den Finger zeigend nehmen und sagen “Die da” und hops der Flur ist grün. Der Spieß wird umgedreht. Man wird vom Käufer zum Verkauften. Das liegt hier auf dem Land am schwäbischen Pragmatismus: Hier baut man Häuser oder man erbt sie. Der gesamte Wohnungsmarkt liegt bisweilen zwischen Sonderrufnummern für die heißgeile Mandy und Zwergkanichen zu verschenken auf einer gemeinsamen Viertelseite der Lokalzeitung.
Das Warten auf besseres Wetter lässt einen interessante Wolkenformationen entdecken, bringt einen aber auch nicht substanziell weiter, genauso wenig wie PLEASE RETWEET!!! (Ich bitte übrigens darum, mir mal eine Geschichte zu zeigen, in der ein solcher Tweet zum Erfolg führte).
Nun, man begibt sich in die Situation, den Wert der eigenen Existenz bewerben zu müssen, in Form einer Wohnungssuchanzeige. Willkommen in der Hölle des Anzeigewesens!
Die Angst vor dem leeren Blatt Papier, dem höhnisch blinkenden Cursor kennt der Romanschriftsteller. Er kennt die Furcht vor dem Verlust der Sprache. Die Flüchtigkeit der Gedanken. Wenn dieser Romanschriftsteller doch wüsste, in welchem duftenden Blumenbett er sich um seine Phantasie grämt. Das Erreichen eines dinglichen Zieles mit sprachlichen Mitteln, das ist der Beton des Straßenfußballs. Hart und unbarmherzig.
We are no lonely riders. Andere gingen diesen Weg. Demnach googleten meine Liebste und ich quer durchs Word Wide Web auf der Suche nach Inspiration. Eingeschoben muss gesagt werden, dass man locker 3-20 Atomkraftwerke abschalten könnte, wenn all die vollautomatischen Spamseiten dieser gewerblichen Bereiche abgeschafft werden würden. Deftiger ausgedrückt: die Betreiber solcher Seiten kratzen an meiner mittlerweile sehr dünn gewordenen Pazifismushülle.
Als die Beamten die Wohnung betraten, bot sich ihnen ein Bild des Grauens, ist eine Redewendung die Lokalredakteure gern im Satzbauverfahren vermauern. Uns bot sich ein Bild der Heiterkeit. Ein Ausbruch von Belustigung, die erst am nächsten Tag nach hin und wieder auftretenden heftigen Lachanfällen vollständig abklang.
Sprachliches Unvermögen erheitert mehr, als all das Gedankenwürgen der Lachgelehrten. Möbilisierte Wohnung dingend gesucht. Auch das prätentiöse Protzen mit der Berufsbildung wird am offenen Hosenlatz schnell enttarnt. Junges Paar (Er promovierter Jurist, sie Lehrerin) sucht …. für 500 € kalt (!).
In Ermangelung einer Promotion, die in der Postguttenberg-Ära ja eh latent an mangelnder Glaubwürdigkeit krankt, entschlossen sich meine Liebste und ich ein “Junges Paar mit festem Einkommen” zu werden, das einfach und bescheiden eine Wohnung zur Miete sucht.
Metronomy – The Look from lorenzo fonda on Vimeo.
Ich veröffentliche selten Videos. Wir sind hier ja nicht bei Facebook.
Dennoch liebe Freunde, hier nun eine Band, deren Musik sich langsam in die Gehörgänge schleicht und es sich dort für immer bequem macht.