Alle Artikel in der Kategorie “Internet

Tausend Augenblickpunkte

Schon nach Erst nach neun Jahren Argwohnheim wird’s jetzt vierstellig. Feierlich darf ich verkünden, mit eben diesem hier, den tausendsten Beitrag geschrieben und veröffentlicht zu haben. Hätte ich das 2006 gedacht?

Eine digitale Heimat

Ist nur ein Blog hier, aber es ist meins„,  schrieb ich zum zweiten Geburtstag. Vieles in meinem Leben hat sich verändert, aber das gilt noch immer. Mein Blog ist eine Heimat. Mein Platz im Internet. Ein digitaler Ort, der bleibt. Wahrscheinlich ist es auch ein Tagebuch.
Nur – irgendwann habe ich aufgehört, wirklich über mich selbst zu schreiben. Vielleicht weil Freunde, Familie und Kollegen zu Lesern wurden. Die Schere im Kopf eben.  Und: Social Media kills the Lust auf Selbstdarstellung.  Es kommt einen bisweilen albern vor, dem sozialen Netzwerk-Rauschen eine weitere Fußnote1 hinzuzufügen.
In den ersten beiden Jahren waren es 900 Beiträge, in den darauffolgenden sieben Jahren nur noch 100.  Kommentare gibt’s seit Facebook und Twitter eh nur noch von Bots. Aber hey, ein paar der alten Bloggerinnen und Blogger von damals™ tauchen hier und dort im Feedreader, bei Facebook, Instagramm oder Twitter auf und das ist schön. Vielleicht sind ja auch hier noch ein paar Lesende geblieben?2

  1. hey, nix gegen Fußnoten im Allgemeinen! []
  2. fishing for comments like Onlinejournalismus 2013 []

Meine Lieblingstweets im März 2014

Eine kleine Auswahl meiner favorisierten Tweets im März 2014.

Weiterlesen

De-Mail – reiten wir tote Pferde, solange noch jemand dafür zahlt

Dass die Bundesregierung nicht nur tote Pferde reitet, sondern diese auch noch vor einen Karren spannt, dafür ist die De-Mail ein gutes Beispiel. „Das Hauptziel von De-Mail ist es, Nachrichten und Dokumente über das Internet vertraulich, sicher und nachweisbar zu versenden und zu empfangen und damit ein elektronisches Pendant zur heutigen Briefpost zu etablieren“, sagt Wikipedia.

Die Kritik: Viel zu teuer, fehlende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und damit Zugriff von den Providern, Polizei und Geheimdiensten auf auf die unverschlüsselten Daten. Bei vowe.net gibt es eine gute Zusammenfassung der Kritik. Wer Zeit hat und die volle Tragweite der Idiotie verstehen will, kann sich den Vortrag von Linus Neumann auf dem 30C3 „Bullshit made in Germany“ auf Youtube anschauen.

Bisher stand die De-Mail neben StudiVZ, Myspace und FDP auf meiner Liste Dinge, die man ignorieren kann, weil sie sich von alleine erledigen. Das hat sich geändert. Weil die De-Mail-Provider viel Geld in Entwicklung, Akkreditierung und Werbung stecken mussten und keiner das kaufen will, kommt die große Stunde der Call-Center.

Faxe für Branchenbucheinträge und irgendwelche Internetdinge landen in unserem Betrieb per default bei mir. Ich refinanziere also schon meine Stelle, in dem ich einfach nur Dinge verhindere. Eines Tages liegt der Brief eines Providers, der auch unsere Domains hostet, mit den „Vorteilen der De-Mail“ auf meinem Schreibtisch. Daran haftet eine Notiz unseres Geschäftsführers: „Brauchen wir das?“ – Ich gebe ihm das mit einer Haftnotiz zurück: „Nein“.

Wenige Tage später.

Guten Tag, mein Name ist Vorname Nachname von Anbieter XX.1 Wir haben gesehen, dass Sie sich noch nicht Ihren Domainnamen für De-Mail-Adressen gesichert haben … „.

„Jaaa?“, frage ich gedehnt und unterdrücke den Impuls nicht weiter zuzuhören.

… wir haben Ihnen die De-Mail-Adressen mit Ihrer Domain reserviert. Wenn Sie diese aber nicht zum Datum-XY sichern, müssen wir sie freigeben. Dann kann sich die JEDER holen. Für Ihre Domain haben wir auch schon Anfragen. Dann kann jemand anderes unter Ihrem Domain-Namen De-Mails verschicken …“

Von wem die Anfragen für unsere Domain kommen, will er mir aus Datenschutzgründen natürlich nicht nennen.

So sieht das jetzt also aus: der Herr im Call-Center weiß Bescheid, über die Kritik am Preis und Datenschutz. Der Hebel über den jetzt verkauft werden soll, ist die Angst, dass da jemand in meinem Namen offiziell kommuniziert. Das tote Pferd riecht also schon.

Meine Prognose: solange die De-Mail nicht (fast oder ganz) kostenlos oder gesetzlich verpflichtend wird, steigt keiner auf das tote Pferd. Spätestens 2016 oder 2017 wird die De-Mail dann endgültig begraben. Ich würde mich freuen, eine Schippe Erde dazu beigetragen zu haben.

  1. bei den wenigen Providern, die das anbieten, habt ihr gute Rate-Chancen []

Über das Altern mit Bildschirmen

IMG 1701
Bild: Nicht jeder Smarthphone-Nutzer ist ein Esel. Nicht jeder Esel ist ein Smartphone-Nutzer1.

Das Techniktagebuch

Eines der für mich spannendsten Tumblr ist derzeit das Techniktagebuch (Leitsatz: Ja, jetzt ist das langweilig. Aber in zwanzig Jahren!) von unter anderem Kathrin Passig und Anne Schüßler.
Nicht, dass wir unter einem Mangel an Technik-Berichterstattung leiden würden. Heutzutage hat jedes Smartphone-Modell seine eigene Blogosphäre und jedes Handy-Spiel seine Community. Spannend ist am Techniktagebuch aber der geänderte Blickwinkel, der fragmentarisch und subjektiv den Einsatz und die Entwicklung von Technik (auch im Sinne von Web-Tools, Seiten, Geräten, digtialer Arbeitsmethoden) im Alltag einfängt.

Das Beste daran: Das ist schon jetzt nicht langweilig.

Die Screenagerliebe

Vermutlich unbestritten, die größte kommunikative und soziale Veränderung in den letzten Jahren dürfte das Smartphone sein. Mindestens. Das kann man kritisieren. Das kann man bejubeln. Das kann man aber auch unterhaltsam dokumentieren. Das Tumblr Screenagerliebe tut das.

  1. Wie man an den leicht gespitzten Lippen sieht, pfeift mein Bruder hier auf seine Bildrechte []

Meine Lieblingstweets im Februar 2014


Weiterlesen