dreißig / zehn / elf
30. Oktober 2011 - 19:17 Uhr


~ Augenblickpunkte ~

Es gibt ein neues Album von PeterLicht. Über dessen wunderbare Großartigkeit will ich keine weiteren Adjektive verlieren, sondern es nur allen empfehlen, die PeterLicht noch nicht kennen.

Die Ära des Post-Hobbyismus hat für mich begonnen. Früher pflegte ich Beschäftigungen wie einen Obstgarten, Jahr für Jahr. Heute bin ich der Floh im Zoo und springe von Lustgewinn zu Lustgewinn. Drachenfliegen, Aquaristik, das Synchronisieren mobiler Endgeräte, Pilze sammeln – es gibt so viel. Derzeitiges Steckenpferd Nr. 1: das große Umtopfen!
Drehen wir noch mal kurz die Zeit zurück.1 Gut, dass Topfpflanzen nicht sprechen können, meine hätten sonst in Den Haag gegen mich ausgesagt. In meiner letzten Wohnung kümmerten sich um die Pflanzen nur das “ver”. Zwar residierte ich in einem Dachgeschoss, doch man hatte nur vereinzelt Fenster für nötig gehalten und auf der Südseite des Hauses wuchs exzessiv ein Baum.
Meine helle (sic!) Freude erlebte ich nun in der neuen Wohnung, die auch im Dachgeschoss liegt, aber mit Süd-Panorama-Giebel und weiteren Fenstern in jeder Himmelsrichtung protzt. Ich stellte staunend fest: Pflanzen stehen nicht nur grün rum, sondern wachsen auch. Das führte mich in den Baumarkt und uns im Präsens zu:
Lektion I – Der asynchronsaisonale Einkauf
Angebot und Nachfrage bestimmen den Baumarkt. Wann kauft man also am besten die Dinge? Genau, wenn sie sonst keiner braucht. Meine Empfehlung für diese Jahreszeit: Alles für den Balkon. Um ein Beispiel zu nennen: große Blumentöpfe. Doch zurück zu den Wurzeln.
Draußen fallen die Blätter rot-gelb von Bäumen, drinnen stehen die Pflanzen hellgrün treibend in großen neuen Blumentöpfen. Die Wurzeln schlagen tief in frische Erde. Man glaubt es kaum, zu welcher Aktivität sich eine Pflanze bisweilen auch im Herbst hinreißen lässt.
Doch was tun, wenn einen die Leidenschaft treibt und nichts mehr zum Umtopfen da ist, derweil die Liebste schon allein bei diesem Wort die Augen verdreht. Man verbinde das Angenehme mit dem Nützlichen.
Lektion II – Küchenkräuter
Im Supermarkt werden Küchenkräuter im Werkszustand in vollgewurzelten kleinen Plastiktöpfen ausgeliefert, mit Restspuren von Erde. Wenn man die Pflanzen gießt, fließt das Wasser wie durch ein Sieb. In vergangenen Zeiten versuchte ich, mir in der Küche immer eine Basilikum-Pflanze zu halten, was nur zu hoher Fluktuation führte – weil keine Pflanze das Bedürfnis hatte, lange leben zu wollen. Ein Pflanzen-Veterane mag jetzt nur müde lächeln, für mich war das die grüne Erleuchtung, zu was allem so eine Supermarkt-Pflanze fähig ist, wenn sie im neuen Topf und frischer Erde steht.
Man kann nur auf den Post-Hobbyismus hoffen, sonst wird sich die Wohnung in schätzungsweise ein bis zwei Jahren in einen Urwald verwandelt haben – sofern es die Katzen nicht schaffen sollten, sich ihren natürlichen Lebenraum zurück zu erobern.
Ich war da dabei. Leider lässt der Alltag mir gerade keine Zeit für einen in Form und Länge angemessenen Bericht. Der kommt in den nächsten Tagen. Eins will ich aber nicht verschieben:
Ein megariesenmassivgroßes Dankeschön schon mal an…
… Uli und Wolfgang für die Einladung und die Organisation!
… Uli und Familie für die Wahnsinns-Gastfreundschaft, die beiden wunderbaren Ausflüge und den Kuchen!
… an hoch21 für die wunderbare Begegnung, seine Texte und das er mir etwas vom Kuchen übrig ließ.
… den bisher Genannten für die schönen Gespräche von Twitter-Klatsch, über Äpfel (in jedem Aggregatzustand), bis hin zu Kinderbüchern.
… das Tübinger Publikum, das einem zitternden Debütanten dann doch den ein oder anderen Lacher und Applaus schenkte.
… den Rest vom Fest! Man kann diese Veranstaltung jedem Lesenden und jedem Zuhörenden nur heißestens empfehlen.