Kategorie: Humorvolles


Durstlöschfaktor

21. Dezember 2009 - 21:05 Uhr

Beim Einfließen des Getränks in den Mund verbreitet sich zuerst ein orangschiger erfrischender Geschmack mit einem leicht rauchigen/herben Unterton, der sanft mitschwingt, den man hauptsächlich mit den Zungenseiten wahrnimmt. Dieser weicht nach und nach einer angenehmen Süße.

Das ein oder andere Jahr lebe ich nun schon unter Menschen, da liegt also schon vieles in der Das-kenne-ich-Schublade. Doch die Menschheit ist immer wieder für eine Überraschung gut und verblüfft mich mit feinherber Lustigkeit, die mit Lachen in der Kehle mitschwingt und fröhlich mit einem Kichern nachhallt. Wie etwa bei diesem Limonaden-Erfahrungsbericht, der mich sogar kurz meinen inbrünstigen, lange an der Herzkammer gehegten Groll für Preisvergleichsseiten für ein paar Sekündchen vergessen lässt.

Das Dosieren aus dem Flaschenhals mit einem Durchmesser von 2,5cm lässt sich gut bewerkstelligen.

Man sollte dieses Internet nicht auf einem Stuhl sitzend lesen, sondern schon präventiv in kleinen Dosen lachend unter dem Tisch einnehmen.

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Ein Straßenpfosten ist kein Rad

9. November 2009 - 19:16 Uhr

Es sind der großen Gefühle viele. Das Herz dem Zerspringen nahe, die Hände gepresst auf die bebende Brust, ist es zur Abwechslung doch schön, sich den kleinen, aber durchaus bedenkenswürdigen Dingen im Leben zu widmen – da schau her, ein Straßenpfosten.
Ein Straßenpfosten ist kein Rad. Das ist von daher betrüblich, weil die Erfindung des Rades einen unumstrittenen hohen Stellenplatz in der Geschichte unserer Zivilisation aufweist. Dem Erfinder des Straßenpfostens dagegen, wird wohl keiner ein güldenes Schild ans Haus nageln, auf dem gravierte Schnörkel verkünden “Hier erfand Alois Müller 1697 den Straßenpfosten”. Kein Tourist, berauscht von angelesener Kenntnisshoheit, wird zeigefingernd verkünden “Ich sage dir Gudrun, Alois Müller hätte 1698 beinah auch noch den Straßenbegrenzungsstreifen erfunden, wenn ihm der Chines’ nicht zuvor gekommen wär. Ja ja, diese Chinesen…”.
Ich könnte an dieser Stelle leicht geflunkert haben. Dass ich Alois Müller posthum den Ruhm wieder entreißen muss, ist schade – aber wahrscheinlicher wird’s so gewesen sein, dass der Römer den Straßenpfosten erfunden hat. Diese Römer! Da grämen sich heute noch alle Erfinder. Was der Römer nicht alles erfunden hat! Sack Zement! Eben diesen!
Selber schuld jedoch, dass sie das Patentrecht nicht besser nutzen konnten Dieses findet schon um 720 v. Chr. in einer griechischen Kolonie in Süditalien(!) Erwähnung in den Geschichtsbüchern. Kein Wunder also, dass das römische Imperium untergegangen ist. Was ihr ja mal auf einer Party als hard fact unter die people bringen könnt.

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Wahlwerbespott

28. Mai 2009 - 20:48 Uhr

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Sie lesen den Wahlwerbespott zu den Parteien der Europawahl 2009. Für den Inhalt des Spotts bin ausschließlich ich und keine politische Vereinigung verantwortlich. Eine unkommentierte Liste findet ihr hier.

CDU – Wirr in Europa – du bist Deutschland. Klingt alles ganz lieblich. Fahrstuhlmusik wird von sanfter Dramatik unterstrichen. Dieser Wahlwerbespot ist wie der nette Nachbar von nebenan, den man aber nicht näher kennenlernen will, weil er so langweilig ist. Hier werden eben noch richtig gute deutsche Allgemeinplätzchen gebacken. 7/10 Du-bist-Deutschland-Punkten.

Fängt ja alles ganz harmlos an. Mache trotzdem ein Bier auf. Es kommen noch 30 Parteien.

SPD – Mehr SPD für Europa? Weniger ist manchmal mehr. Ich hege schon immer eine leichte Abneigung gegen die-Anderen-sind-doof-Werbung. Wer CDU, FDP und Die Linke wählt wissen wir jetzt immerhin. Bleibt die Frage, wer wählt jetzt eigentlich die SPD? Eben! 4/10 Animations-Punkten.

B’90/Grüne – Lustiges Kettenreaktionsvideo. Fällt mir gerade nichts Gemeines dazu ein, deswegen zitiere ich mal JohnnyMaV aus dem YouTube-Kommentaren: “Die Grünen sollen mehr von diesen Spots drehen als Politik machen….” 10/10 Grünen-Punkten.
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Warum ich kein Eiskunstläufer geworden bin

3. Mai 2009 - 21:50 Uhr

Warum ich damals kein Eiskunstläufer geworden bin, ist eine lange Geschichte, die mit meiner Geburt beginnt und vorläufig damit endet, dass ich jetzt hier sitze und diese Zeilen schreibe, ohne Eiskunstläufer zu sein. Die Verkettung von Umständen, Situationen und Entscheidungen im eigenen Leben führen manchmal zu seltsamen Ereignissen.
Ha, was für ein Zufall, sagt man gerne, wenn man sich unerwartet an Orten trifft. Hätte der scheiß Schmetterling doch mit seinen Flügeln geschlagen, denkt man dann, wenn man die Sympathie zu dieser Person eher mit deren Abwesenheit verbindet. Zufälle trifft man aber überall. Mit ein oder zwei bin ich auch mal ein Bier trinken gewesen.

In meinen jüngeren Jahren las ich bisweilen gerne Bücher, die meinen Horizont überstiegen – ich kaute daran, wie ein Vegetarier an einem Stück Fleisch, mit der Hoffnung, dass ihm dieses deswegen schmecken möge. Viel von den Büchern ist natürlich nicht geblieben, außer vielleicht einem “habe ich mal gelesen”. Zu einem dieser Bücher gehörte Arnolds Stadler “Ein hinreissender Schrotthändler”, vielleicht war es auch ein anderes Werk von ihm. Der Autor war mir schon allein geografisch sympathisch, da sein Heimatdorf dem Dorf meiner Jugend nur wenige Kilometer entfernt war. Zudem nimmt er das Landleben so schön auf die spitze Feder und wer abseits städtischer Sozialstrukturen aufwuchs, weiß wie die Kirche im Dorf blieb. Während ich damals beifahrend im Auto saß und so in diesem Buch herumlas, wurden plötzlich ein Ort und ein Haus namentlich erwähnt, die in genau diesem Augenblick auch an der Autofensterscheibe vorbeizogen. Potzblitz – hätte ich sicher gedacht, wenn ich dieses Wort schon damals dem passiven Wortschatz entrissen hätte – Zufälle gibt’s.

Weil auch sonst so viele Dinge passieren, Personen vorbeiziehen und Tage verstreichen, sollte man vielleicht mal einfach kurz anhalten, sich hinsetzen und nachdenken. Was keineswegs einfach ist, denn der Mensch ist ein komischer Mensch. Die Betrachtungen von Hautunreinheiten morgens im Spiegel dürften zeitlich gemessen die Nachdenkphasen der Selbstreflexion übersteigen. Was wiederum auch Vorteile hat. Gewisse Hautflecken, gedanklich mit Linien verbunden, ergeben hin und wieder mehr Sinn, als diese verdammte Grübelei, die gestrige Gedanken und Gefühle käut und wiederkäut. Die Denkkuh mit vier Gehirnen: Mensch. Selbstbetrachtungen, sofern sie nicht vor dem Spiegel passieren, gehören zu den Dingen, gegen die man sich eben manchmal auch durchaus mit Humor wappnen sollte, damit man einen fiesen Gedanken, der sich einschleichen will, mit einem Lachen erschlagen kann.

“Was wäre wenn”, und wenn man noch jung ist, der noch gemeinere Zwillingsbruder, “was wird wenn”, sind hungrige Begleiter, die einen allzu oft nur zerfressen. Wie Sehnsucht. Die Sehnsucht ernährt nicht, die Sehnsucht verzehrt dich.

Ach ja. Warum ich damals kein Eiskunstläufer geworden bin: Warum hätte ich auch sollen?

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Pinifs Weihnachtsmassaker

4. Januar 2009 - 13:34 Uhr

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Der Weihnachtsmann grinst noch fröhlich von der Folie. Sein Inhalt wurde aber zerschmettert. Pinifs Weihnachtsmassaker forderte ein weiteres Opfer. Danke für die Schokolade und die Überraschung, Pullmoll .1

Vor allem und allgemein – das verlange ich auch von mir – schreibt mehr lustige, schöne, überflüssige, kurze, lange oder überhaupt Briefe.

  1. Der Brief kam schon früher an, ich allein weilte woanders []

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