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	<title>blog.argwohnheim &#187; Literatur</title>
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	<description>~ Augenblickpunkte ~</description>
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		<title>&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 18:46:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>.markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sinnsucht]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt ist also dein K&#246;rper, dein K&#246;rper die Fabrik Reproduzierst du was begehrt wird oder wieder nur dich? Dient dir der Dampf als Antriebskraft Oder ist es gar Leidenschaft? Singt Gustav.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p>Jetzt ist also dein K&#246;rper, dein K&#246;rper die Fabrik<br />
Reproduzierst du was begehrt wird oder wieder nur dich?<br />
Dient dir der Dampf als Antriebskraft<br />
Oder ist es gar Leidenschaft?</p>
</blockquote>
<p>Singt <a title="Gustav - Soldatin oder Veteran" href="http://youtu.be/eLGz88GskbE">Gustav</a>.</p>

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		<title>Im Angesicht einer Excel-Tabelle</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 18:34:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>.markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sinnsucht]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf allen Vieren krieche ich unter dem Tisch durch. Zu ihr. Warum ich nicht au&#223;en herum gehe, fragt sie mich. Das w&#228;re nicht albern, sage ich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf allen Vieren krieche ich unter dem Tisch durch. Zu ihr. Warum ich nicht au&#223;en herum gehe, fragt sie mich. Das w&#228;re nicht albern, sage ich.</p>

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		<title>Wo man auch hinschaut!</title>
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		<pubDate>Sat, 21 May 2011 15:12:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>.markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humorvolles]]></category>

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		<description><![CDATA[(Flohmarktkiste)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img height="600" alt="jetzt noch mehr" src="http://blog.argwohnheim.de/wp-content/uploads/2011/05/jetzt_noch_mehr.jpg" width="450" /></p>
<p>(Flohmarktkiste)</p>

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		<title>Abfahrt 20:10</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 21:11:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>.markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sinnsucht]]></category>

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		<description><![CDATA[Klar, sagt man mit einem Einseitenmundwinkelgrinsen. Kein Problem. Gerne. Man l&#228;chelt etwas nerv&#246;s, weil der Wind geht und die Feuerzeugflamme st&#228;ndig ausgeht. Vielleicht sollte man das mit dem Rauchen bei diesem Hundewetter auch sein lassen. Obwohl die Hunde nichts daf&#252;r k&#246;nnen. Ein Gespr&#228;ch entsteht aus dem Wetter, unweigerlich landet man bei der Deutschen Bahn. Man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="cap">Klar, sagt man mit einem Einseitenmundwinkelgrinsen. Kein Problem. Gerne. Man l&#228;chelt etwas nerv&#246;s, weil der Wind geht und die Feuerzeugflamme st&#228;ndig ausgeht. Vielleicht sollte man das mit dem Rauchen bei diesem Hundewetter auch sein lassen. Obwohl die Hunde nichts daf&#252;r k&#246;nnen. Ein Gespr&#228;ch entsteht aus dem Wetter, unweigerlich landet man bei der Deutschen Bahn. Man steht ja am Bahnhof. Dieses kleine eingleisige Exemplar hat eine neue Anzeigetafel, auf die alle gespannt im 15-Sekunden-Takt blicken, als ob sich dadurch etwas &#228;ndern w&#252;rde. Als ob sich jemals etwas &#228;ndern w&#252;rde.</p>
<p>Man ist geduldiger geworden. Wartet auch mal bis der Kellner kommt. Oder der Lebensinhalt. Man ist in diesem Jahr wieder +1 alt geworden. Redet aber immer noch von <em>M&#228;dchen</em>. Sagt hin und wieder noch Alter, <em>Alter!</em> Wie das Rauchen eine schlechte Angewohnheit, aber besser mit Ironie zur tragen. Nein, eigentlich wartet man nicht mehr so viel. Man gew&#246;hnt sich an das Gef&#252;hl zu sp&#228;t zu sein. Etwas zu verpassen. Das ist l&#228;cherlich, wei&#223; man, sagt man sich. 2010 wird mein Jahr, hat man sich gesagt. War 2010 dein Jahr, hat man sich gefragt.</p>
<p><em>Man will ja irgendwann loskommen.</em></p>
<p>Man hilft dem alten Kerl beim Koffertragen. Zug raus, Treppe runter, Treppe hoch, Zug rein. Gerne. Sch&#246;nen Tag noch. Viel Spa&#223; im Urlaub. Leute kommen, Leute gehen. Solche und solche. Man hat Termine mit Leuten. Man hat einen Terminkalender. <em>Mein Gott, ich habe einen Terminkalender!<br />
</em>Die politischen Verh&#228;ltnisse sind katastrophal. Die Wut ist nicht verraucht. Sie raucht, aber sie brennt nicht mehr. Eigentlich wollte man das Streichholz sein. Wenigstens die Flamme. Man wartete auf das Feuerwerk und sah nur das Glimmen.</p>
<p>Man sitzt im Bus. Schaut nach drau&#223;en. In die Reihen der Hauptstra&#223;e ist eine Zahnl&#252;cke gerissen worden. Ein Haus fehlt. Wurde halt nicht mehr gebraucht, denkt man so beil&#228;ufig bei sich, wie man so denkt, wenn etwas am Bewusstsein vorbeizieht, aber dort nicht kratzt. Wenige hundert Meter weiter steht ein frisches Haus. Das Dach eingepackt in Schnee und Plastik. Die W&#228;nde im grauen Unterputzgewand trotzen dem Blick des Betrachters mit rustikalem Charme. Es geht alles so schnell. Das ist nicht angenehm. Es ist nicht alles so wichtig. Das ist angenehm. H&#228;user sind nicht so wichtig. Sie kommen und gehen.</p>
<p>2010 &#8211; ein Vierteljahrhundert alt. Da w&#252;hlt man noch eher stumpf, als mit Weisheit zu gl&#228;nzen, aber <em>doch doch doch</em>, was man ahnte, wird immer weniger &#252;berraschend mehr Wirklichkeit: Es ist das Sch&#246;ne. Es ist die Liebe. Es sind die Freunde. Es ist die Familie.</p>
<p><em>Man will ja irgendwann ankommen.</em></p>

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		<title>Das Leben nahm f&#252;r ihn eine &#252;berraschende Redewendung</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Nov 2010 17:21:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>.markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bilder]]></category>
		<category><![CDATA[Humorvolles]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img height="337" alt="IMG 2305" src="http://blog.argwohnheim.de/wp-content/uploads/2010/11/img_2305.jpg" width="450" /></p>

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		<title>P.S.</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Oct 2010 19:26:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>.markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humorvolles]]></category>

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		<description><![CDATA[P.S. In Deutschland gibt es das verbriefte Recht, Puenktchen ueber Vokale zu streuen, um daraus Umlaute zu formen. Dieses Recht wurde mir beim Aufsetzen dieses Textes von meiner irischen Computertastatur verweigert. Ich bitte um Nachsicht. (Aus einer &#8220;Gesch&#228;ftskorrespondenz&#8221;)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p>P.S. In Deutschland gibt es das verbriefte Recht, Puenktchen ueber Vokale zu streuen, um daraus Umlaute zu formen. Dieses Recht wurde mir beim Aufsetzen dieses Textes von meiner irischen Computertastatur verweigert. Ich bitte um Nachsicht.</p>
</blockquote>
<p>(Aus einer &#8220;Gesch&#228;ftskorrespondenz&#8221;)</p>

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		<title>Der Sommer ist ein Fluss</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 19:30:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>.markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sinnsucht]]></category>

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		<description><![CDATA[Vielleicht hilft es auch, sich das Leben als eine Art Autobahn vorzustellen. Wahrscheinlich aber auch nicht. Metaphern sind schlie&#223;lich nur der Versuch einem grauen Haus Farbe zu geben. Jedoch &#8211; und das ist hier der Punkt, Alter! &#8211; das Leben gewinnt immer mehr an Fahrt. Man k&#246;nnte von einer unwahrscheinlichen Rasanz sprechen. Zudem sogar von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="cap">Vielleicht hilft es auch, sich das Leben als eine Art Autobahn vorzustellen. Wahrscheinlich aber auch nicht. Metaphern sind schlie&#223;lich nur der Versuch einem grauen Haus Farbe zu geben. Jedoch &#8211; und das ist hier der Punkt, Alter! &#8211; das Leben gewinnt immer mehr an Fahrt. Man k&#246;nnte von einer unwahrscheinlichen Rasanz sprechen. Zudem sogar von einer unglaublichen Beschleunigung.</p>
<p>So hat der Sommer mit einem schon wieder die meiste Zeit damit verbracht, zu hei&#223;, zu kalt oder zu verregnet zu sein, bevor man merkt, dass die kleinen Bl&#252;ten an den B&#228;umen zu verdammt gro&#223;en &#196;pfeln geworden sind. Wer sich jetzt noch eine Badehose gekauft hat. Pech gehabt!</p>
<p>H&#246;chste Zeit innezuhalten. Zeit eine Blues-Platte aufzulegen, durch das regenbeschlagene Fenster mit Wehmut nach drau&#223;en zu blicken, wie der Herbstwind garstig an den noch gr&#252;nen Bl&#228;ttern zaust. Ein leises Ding, ein leises Dong, die Melancholie ist wieder zuhause.<br />
Wer wie ich den Herbst liebt, der wei&#223; doch, am Ende steht nur der Winter. Erbarmungslos. Und das ist nicht nur eine Frage der Jacke, meine Damen und Herren, es muss auch im Inneren warm sein. Als Anweisung f&#252;r den jahreszeitlichen Hausgebrauch empfehle ich die Maus Frederick aus dem Kinderbuch, die im Herbst Sonnenstrahlen, Farben und W&#246;rter f&#252;r den Winter sammelte.</p>
<p>Ein kleines bisschen Wehmut schwingt mir leise seufzend in der br&#252;llenden Alltagsgedankenflut. Zwischen den Telefonsymphonien und durch die Papierw&#228;lder klingt ein leises bisschen Trauergesang &#252;ber die nun verlorene Jahreszeit. Der Sommer war ein Fluss und wir verlassen ihn jetzt nass und ersch&#246;pft auf der anderen Seite.</p>

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		<title>Ohne Titel</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Jul 2010 11:25:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>.markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sinnsucht]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich sollte mal wieder einen Baum f&#228;llen. Einen Baum f&#228;llen, ist wie einen Baum pflanzen. F&#252;r Ungeduldige. Sollte man einmal im Leben gemacht haben. Vielleicht auch einmal im Jahr. Immer begeisterungsf&#228;hig bleiben, sage ich mir. Das ist leicht mit einer Axt, sage ich mir. Weil ich ansonsten nur in einem Bl&#228;tterwald lebe.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sollte mal wieder einen Baum f&#228;llen.</p>
<p>Einen Baum f&#228;llen, ist wie einen Baum pflanzen. F&#252;r Ungeduldige. Sollte man einmal im Leben gemacht haben. Vielleicht auch einmal im Jahr. Immer begeisterungsf&#228;hig bleiben, sage ich mir. Das ist leicht mit einer Axt, sage ich mir. Weil ich ansonsten nur in einem Bl&#228;tterwald lebe.</p>

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		<title>Leben&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 24 May 2010 15:50:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>.markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humorvolles]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; oder der lange Weg zur Kuchentheke.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; oder der lange Weg zur Kuchentheke.</p>

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		<title>Das &#196;nderungs-Atelier</title>
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		<pubDate>Mon, 03 May 2010 19:03:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>.markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humorvolles]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit meiner wundersch&#246;nen Begleitung schlenderte ich j&#252;ngst durch K&#246;ln. Als Landkind bin ich immer ganz entr&#252;ckt und bekomme gro&#223;e Augen, wenn ich einmal meine kleine gr&#252;ne Welt verlasse. Da prasseln Eindr&#252;cke wie ein Fr&#252;hlingsregengu&#223; in mein kleines Landherz und begierig sauge ich sie auf, wie ein einsamer Barheld die wasserwerdenden Eisw&#252;rfel seines Caipirinhas. In meiner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="cap">Mit meiner wundersch&#246;nen Begleitung schlenderte ich j&#252;ngst durch K&#246;ln. Als Landkind bin ich immer ganz entr&#252;ckt und bekomme gro&#223;e Augen, wenn ich einmal meine kleine gr&#252;ne Welt verlasse. Da prasseln Eindr&#252;cke wie ein Fr&#252;hlingsregengu&#223; in mein kleines Landherz und begierig sauge ich sie auf, wie ein einsamer Barheld die wasserwerdenden Eisw&#252;rfel seines Caipirinhas. In meiner Verz&#252;ckung wurde ich eines Ladenschildes gewahr, dass ich meiner Tarnung als Weltb&#252;rger wegen nicht fotografieren wollte.</p>
<p><strong>&#8220;&#196;nderungs-Atelier &#8211; Damen &amp; Herren&#8221;.</strong></p>
<p>Ich bin nun mal so, das muss erkl&#228;rt werden, schon als kleines Kind mit einer Phantasie gesegnet worden, die kein &#8220;Ne ne, lass mal gut sein&#8221; kennt, sondern die, wie ein in Bewegung gesetzter 100-Meter-G&#252;terzug, erstmal ihren Lauf hat.<br />
&#8220;Der passt mir leider nicht&#8221;, trat eine mittelalte Dame in meinem Kopf auf, die ihren Mann G&#252;nther neben der funierten Sperrholz-Theke abstellte.<br />
G&#252;nther glotzte wie ein Rind.<br />
&#8220;K&#246;nnen Sie ihn bitte etwas an den Armen und Beinen k&#252;rzen. Ja? Ich hole ihn dann morgen wieder ab.&#8221;<br />
&#8220;Bis morgen, G&#252;nther&#8221;, f&#252;gte sie streng und nur beil&#228;ufig liebevoll hinzu.</p>
<p>Begeistert war ich hier auch von dem pragmatischen Einsatz der Sprache. &#196;nderungs-Atelier &#8211; Damen &amp; Herren. Damit ist alles gesagt.<br />
W&#228;hrend andere Rosenw&#246;rter aus Blumengedichten pfl&#252;cken und an ihr Herz dr&#252;cken, gehe ich durch Stra&#223;en und Anzeigen in Gemeindebl&#228;ttern und erfreue mich am Charme der deutschen Handwerks- und Gewerbesprache. Man muss sich nur diese komischen M&#228;nnchen im Blaumann in deren Logos wegdenken, die in Handwerkswerber-Seminaren noch als <em>pfiffig</em> verkauft werden.<br />
Fliesen &amp; Bodenlegermeisterbetrieb las ich heute auf einem Lieferwagen in dem ein kerniger Bodenlegermeister sa&#223; und &#8211; &#228;h &#8211; einen Lieferwagen fuhr. Was das Bauhaus f&#252;r die Architektur, ist das Deutsche Handwerk f&#252;r die funktionale Poesie. W&#246;rter wie Flachpressplatte, D&#252;nnbettm&#246;rtel und Sparrenpfettenanker riechen nach tannenharzigem S&#228;gemehl, nach nassem Betonkies und schaffen solide Kopfbilder mit Qualit&#228;tssiegel made in Germany.</p>
<p>Doch manchmal wird dieser sprachliche Pragmatismus selbst mir zu weit getrieben. Wenn man so &#252;ber die Autobahnen rauscht, bekommt man schnell den Eindruck, Deutschland best&#252;nde aus Leitplanken, gr&#252;nen Hecken und Fahrzeugf&#252;hrern der Autoschule Arschloch. Doch wir, das &#8220;Land der Dichter und Denker&#8221; halten unsere alte Kultur hoch, wie ein Ertrinkender das Schild &#8220;Kann nicht mehr schwimmen&#8221;. Den gleichsam pfiffigen K&#246;pfen von Kulturamtsverwaltern entsprangen dann wohl diese braunen Schilder auf der Autobahn, die vom kulturellen Geiste der St&#228;dte k&#252;nden soll, die man so rechts und links hinter sich l&#228;sst.<br />
&#8220;Besigheim &#8211; Fachwerk &amp; Wein&#8221; steht da an der Autobahn und l&#228;sst erahnen, welche Verzweiflung sich im B&#252;rgermeisteramt breit gemacht haben k&#246;nnte, als der bundesdeutsche Abgeordnete f&#252;r braune Autobahnkulturschilder h&#246;chstpers&#246;nlich in Besigheim abstieg und &#8220;Kopfsteinpflaster &amp; B&#228;ume&#8221; wegen &#220;berl&#228;nge gestrichen werden musste.</p>
<p>Meine wundersch&#246;ne Begleitung, die hier eher von mir begleitet wurde, konnte meiner Begeisterung &#252;ber das &#196;nderungs-Atelier &#252;brigens nur wohlwollend folgen. Ein Gl&#252;ck, dass dieses Atelier feiertagsbedingt geschlossen hatte, sonst w&#228;re ich wohl mit Zettel um den Hals abgegeben worden. &#8220;Bitte um 2 cm Phantasie k&#252;rzen&#8221;.</p>

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