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Blogs in Zeiten *

Kleine Vorgeschichte: Seitdem mich meine Fähigkeit Improvisation und rohe Gewalt zu mischen zum Computerexperten im Familien- und Freundeskreis gemacht hat, predige ich Backups. Leute echt jetzt, macht Backups! Zwei meiner Laptops suicidierten. Nun ja. Ich hatte Wasser gepredigt. Meine in jahrelanger Kleinarbeit gehegte und gepflegte Feed-Liste starb einen digitalen Tod. Seitdem sammel ich die alten, liebgewonnenen Feeds wieder ein, so gut sich das eben noch rekonstruieren lässt. Viele Blogs gibt es auch nicht mehr oder die letzten Beiträge sind älter als Monate oder Jahre.

Aber Freunde, so langsam könnte man sich doch (wieder oder endlich mal?) so richtig mit dem Bloggen an sich anfreunden. Die Debatten (Säue durchs Dorf, Relevanz, äh.. und noch mehr Relevanz?) sind schon lange tot. Die Geltungssucht sternwortwitzelt auf Favstar Twitter. Dem Volk gefallen Dinge auf Facebook.

Liebe noch mitlesende Veteranen, Beteiligte alter Diskussionen, gibt es euch noch? Wo stehen die Blogs heute? Oder wie läufts? Oder hat sich das Ganze ausgesessen?

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a.) des Wandels
b.) der Cholera
c.) der Evolution lustiger Katzenvideos
d.) der Zeit
e.) der unsinnigen Aufzählung möglicher Titelvarianten

Mein erstes Mal

Hier geschahen bisher nur Geschichten, Texte und Bilder. Dass ich plötzlich in einer Radiosendung auftauchte, ist die Schuld von hoch21. Wer sehen hören will, wie der Markus dem Marcus bei der Sendung Trackback des Radiosenders Fritz unter dem Motto „Blogger privat“ Rede und Antwort stand, kann das genau hier tun.

Ich bin so lang im Keller, die Aufregung etwas nachzittern lassen.

Sosntisges

Das mache ich, wenn ich ganz schnell „Sonstiges“ schreiben will, aber nicht dabei zusehe. Das geht jetzt natürlich etwas an der Aufgabenstellung vorbei, denn die Frage lautete: „Was ich mache, wenn niemand zusieht“, denn:

Juhu! Ich habe ein Stöckchen bekommen.

Wenn man diesen Satz früher laut äußerte, wurde man mit einem Blick bedacht, der zwischen mitleidigem Streicheln und Zwangsjacke hervorholen lag. Stöckchen sind von Blog zu Blog weitergereichte Aufgaben- bzw. Fragestellungen. So beantwortete ich hier beispielsweise schon Fragen zu Büchern. Saudoof sind diese Stöckchen, aber – Rechtfertigungskomplex! – sie machen Spaß. Kenner wissen, dass ich mir an dieser Stelle noch ein paar ironische Bemerkungen zu Stöckchen und Blogs allgemein verkneife.

Was mache ich, wenn niemand zusieht? Ein erster Impuls, lakonisch mit „in der Nase bohren“ zu antworten, schiebe ich mal beiseite und präsentiere von den vielen Dingen, die ich so alleine für mich hin tue, ein paar sorgfältig ausgewählte Aktivitäten.

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1. Ich esse Schokoladen-Lebkuchen von DiätLine. Das hatte mit ungeschickter Produktplatzierung im Supermarkt und auch mit mangelndem kognitiven Wahrnehmen meinerseits zu tun. Wenn man Pappe mit ungesüßter Backschokolade überziehen würde, könnte man übrigens den Geschmack täuschend echt imitieren.

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2. Ich rede mit meiner Ente. Wenn man hin und wieder allein zuhause ist, braucht man auch mal jemanden zum Reden. Da ich – grob geschätzt – nur 1,19 % meiner Lebenszeit in der Badewanne verbringe, habe ich die Ente auf die heutige Arbeitsmarktsituation aufmerksam gemacht. Das man flexibel bleiben müsse und nicht wählerisch sein dürfe, was den Zweitjob anbelange. (klar, dass die Frage jetzt kommen muss: Nein, WC-Putzen wollte sie partout nicht, was aber auch mit dem Markenrecht zusammenhängen könnte).

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3. Ich denke mir lustige Metaphern und Vergleiche aus. „Das fühlt sich so an, als würde man nackt durch die kalte Wohnung laufen, nur mit Wollsocken bekleidet“. „Ein Löwe, den man ins Badezimmer sperrt, singt auch nicht Last Christmas“. „Den Werber von der Line lassen“.

Zur Historie: Sebastian, der gerade live blogt, warf mir das Stöckchen zu, das ihm von hoch21 überreicht wurde, von dessen Eintrag ich mich – etwas – inspirieren ließ, der es wiederum Sue aufs Auge gedrückt bekam und so weiter und so fort…

Nach ausführlicher Recherche und dem Kontaktieren von Experten und Fachleuten auf dem Gebiet der Blogistik und des Social-Networking, ist mir klar geworden, dass nun zwingender Handlungsbedarf besteht. Das Holz geht nun an den zu unser aller Leidwesen, monatelang schweigsamen Simon und den sehr geschätzten „eigentlich-ist-mein-Blog-ja-stöckchenfrei“ r|ob. Now it’s your turn!