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	<title>blog.argwohnheim &#187; Gesellschaft</title>
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		<title>Junges Paar sucht</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Jun 2011 19:23:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>.markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[F&#252;r einen Wirtschaftswissenschaftler ist der Markt das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage. F&#252;r einen jungen Menschen ist der Markt das Zusammentreffen von Verzweiflung und Hoffnung im Angesicht des eigenen Geldbeutels. Beispielhaft sei hier der Wohnungsmarkt angef&#252;hrt. In einem Film k&#246;nnte man Sidekick-Joe in einer verrauchten Kneipe am Tresen whiskeyschwanger phrasieren lassen: &#8220;Der Wohnungsmarkt hat seine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="cap">F&#252;r einen Wirtschaftswissenschaftler ist der Markt das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage. F&#252;r einen jungen Menschen ist der Markt das Zusammentreffen von Verzweiflung und Hoffnung im Angesicht des eigenen Geldbeutels. Beispielhaft sei hier der Wohnungsmarkt angef&#252;hrt. In einem Film k&#246;nnte man Sidekick-Joe in einer verrauchten Kneipe am Tresen whiskeyschwanger phrasieren lassen: <em>&#8220;Der Wohnungsmarkt hat seine eigenen Gesetze.&#8221;</em><br />
Denn hier kommt nicht der Maler, der seine Farbpalette pfauengleich entf&#228;chert. Man kann nicht den Finger zeigend nehmen und sagen &#8220;Die da&#8221; und hops der Flur ist gr&#252;n. Der Spie&#223; wird umgedreht. Man wird vom K&#228;ufer zum Verkauften. Das liegt hier auf dem Land am schw&#228;bischen Pragmatismus: Hier baut man H&#228;user oder man erbt sie. Der gesamte Wohnungsmarkt liegt bisweilen zwischen Sonderrufnummern f&#252;r die <em>hei&#223;geile Mandy</em> und <em>Zwergkanichen zu verschenken</em> auf einer gemeinsamen Viertelseite der Lokalzeitung.<br />
Das Warten auf besseres Wetter l&#228;sst einen interessante Wolkenformationen entdecken, bringt einen aber auch nicht substanziell weiter, genauso wenig wie <a href="http://twitter.com/#!/sachichnich/statuses/9990641469">PLEASE RETWEET!!!</a> (Ich bitte &#252;brigens darum, mir mal eine Geschichte zu zeigen, in der ein solcher Tweet zum Erfolg f&#252;hrte).<br />
Nun, man begibt sich in die Situation, den Wert der eigenen Existenz bewerben zu m&#252;ssen, in Form einer <strong>Wohnungssuchanzeige</strong>. Willkommen in der H&#246;lle des Anzeigewesens!<br />
Die Angst vor dem leeren Blatt Papier, dem h&#246;hnisch blinkenden Cursor kennt der Romanschriftsteller. Er kennt die Furcht vor dem Verlust der Sprache. Die Fl&#252;chtigkeit der Gedanken. Wenn dieser Romanschriftsteller doch w&#252;sste, in welchem duftenden Blumenbett er sich um seine Phantasie gr&#228;mt. Das Erreichen eines dinglichen Zieles mit sprachlichen Mitteln, das ist der Beton des Stra&#223;enfu&#223;balls. Hart und unbarmherzig.</p>
<p><em>We are no lonely riders.</em> Andere gingen diesen Weg. Demnach googleten meine Liebste und ich quer durchs Word Wide Web auf der Suche nach Inspiration. Eingeschoben muss gesagt werden, dass man locker 3-20 Atomkraftwerke abschalten k&#246;nnte, wenn all die vollautomatischen Spamseiten dieser gewerblichen Bereiche abgeschafft werden w&#252;rden. Deftiger ausgedr&#252;ckt: die Betreiber solcher Seiten kratzen an meiner mittlerweile sehr d&#252;nn gewordenen Pazifismush&#252;lle.<br />
<em>Als die Beamten die Wohnung betraten, bot sich ihnen ein Bild des Grauens,</em> ist eine Redewendung die Lokalredakteure gern im Satzbauverfahren vermauern. Uns bot sich ein Bild der Heiterkeit. Ein Ausbruch von Belustigung, die erst am n&#228;chsten Tag nach hin und wieder auftretenden heftigen Lachanf&#228;llen vollst&#228;ndig abklang.<br />
Sprachliches Unverm&#246;gen erheitert mehr, als all das Gedankenw&#252;rgen der Lachgelehrten. <em>M&#246;bilisierte</em> Wohnung <em>dingend</em> gesucht. Auch das pr&#228;tenti&#246;se Protzen mit der Berufsbildung wird am offenen Hosenlatz schnell enttarnt. Junges Paar (Er promovierter Jurist, sie Lehrerin) sucht &#8230;. f&#252;r 500 € kalt (!).</p>
<p>In Ermangelung einer Promotion, die in der Postguttenberg-&#196;ra ja eh latent an mangelnder Glaubw&#252;rdigkeit krankt, entschlossen sich meine Liebste und ich ein &#8220;Junges Paar mit festem Einkommen&#8221; zu werden, das einfach und bescheiden eine Wohnung zur Miete sucht.</p>

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		<title>&#8220;Ich bin der deutschen Sprache m&#228;chtig&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Dec 2010 20:44:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>.markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Aufmerksamkeits&#246;konomie wirtschaftet inzwischen mit anderen Themen. Eine sch&#246;nes Erlebnis zur Integrationsdebatte hatte ich aber dennoch heute. Im Zug sah ich ein M&#228;dchen mit Kopftuch und verschiedenen Buttons auf der Umh&#228;ngetasche. Auf einem schwarz-rot-goldenen Button stand in Frakturschrift &#8220;Ich bin der deutschen Sprache m&#228;chtig&#8221; und auf einem weiteren &#8220;BILD &#8211; Dir deine Vernunft. Danke, M&#228;dchen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="cap">Die Aufmerksamkeits&#246;konomie wirtschaftet inzwischen mit anderen Themen. Eine sch&#246;nes Erlebnis zur Integrationsdebatte hatte ich aber dennoch heute. Im Zug sah ich ein M&#228;dchen mit Kopftuch und verschiedenen Buttons auf der Umh&#228;ngetasche. Auf einem schwarz-rot-goldenen Button stand in Frakturschrift &#8220;Ich bin der deutschen Sprache m&#228;chtig&#8221; und auf einem weiteren &#8220;BILD &#8211; Dir deine Vernunft.</p>
<p>Danke, M&#228;dchen!</p>

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		<title>(Politik)</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Apr 2009 17:38:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>.markus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich schlafe nicht, ich bin nur m&#252;de.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich schlafe nicht, ich bin nur m&#252;de.</p>

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		<title>Here we are now. Entertain us</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Feb 2009 22:30:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>.markus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der &#220;berdru&#223;, der aus freier Zeit Langeweile gemacht hat, eine Not eine Armut, die es zu beseitigen, zu unterhalten gilt. F&#252;r jeden Moment das passende Produkt. Es ist nicht das Niveau einer Fernsehsendung, nicht das Thema eines Artikels, nicht die Werbung einer Spielkonsole. Es ist nicht das Zahnrad. Es ist die Maschine.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der &#220;berdru&#223;, der aus freier Zeit Langeweile gemacht hat, eine Not eine Armut, die es zu beseitigen, zu unterhalten gilt. F&#252;r jeden Moment das passende Produkt. Es ist nicht das Niveau einer Fernsehsendung, nicht das Thema eines Artikels, nicht die Werbung einer Spielkonsole. Es ist nicht das Zahnrad. Es ist die Maschine.</p>

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		<title>Heimfahrt</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 23:10:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>.markus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was einem auch manchmal entr&#252;ckt vorkommt, in den H&#228;usern sitzen Menschen und haben sich ein Leben gebaut. Lebensentw&#252;rfe gebastelt. Hier und da einen Baum gepflanzt. Ein Auto in die Garage geparkt. So f&#228;hrt man &#252;ber die verschneite D&#246;rflichkeit des Landes und denkt sich so seinen Teil und manchmal ein Ganzes. Das Radio ist aus, weil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="cap">Was einem auch manchmal entr&#252;ckt vorkommt, in den H&#228;usern sitzen Menschen und haben sich ein Leben gebaut. Lebensentw&#252;rfe gebastelt. Hier und da einen Baum gepflanzt. Ein Auto in die Garage geparkt. So f&#228;hrt man &#252;ber die verschneite D&#246;rflichkeit des Landes und denkt sich so seinen Teil und manchmal ein Ganzes. Das Radio ist aus, weil es keines gibt, der Motor dr&#246;hnt monoton. Zur wei&#223;en Heimeligkeit der Winternacht steht eine umz&#228;unte Schafherde auf der Wiese und frisst Schnee. So sieht es zumindest aus. Sie grast und l&#246;st sich langsam im Wei&#223; auf.<br />
Das war mal Land. Und wem die Natur gef&#228;llt, dem sind manche H&#228;user fremd geworden. Aus den Tempeln der Einfamilienwohngl&#252;cke d&#228;mmert das Licht aus Doppelglasfenstern, Schornsteine ragen rauchlos in die Silhouette der Nacht.<br />
The modern life. Irgendwie kreist so manches Gespr&#228;ch um die Wirtschaftskrise, die doch eine Gesellschaftsproblematik ist. Es schwingt leise die Sehnsucht nach einer anderen Zeit, nach dem Beginn einer anderen Welt. Man hat schon Idealismus gefressen, gekaut und wieder ausgekotzt. Gemerkt, dass man das System nicht ficken kann, ohne selbst gefickt zu werden. Man ist doch jung und hat ein eigenes Leben. Das Steinewerfen macht nur Fenster kaputt und zerbeult Autos.<br />
Es ist kein Leichtes gegen Unterdr&#252;ckung zu k&#228;mpfen, die einem selbst Wohlstand verschafft, die einen in Sicherheit wiegt und im Konsum einlullt. Daneben Ungerechtigkeit, die gesellschaftliche Kausalit&#228;t, die neben Gewinnern auch Verlierer braucht. Ein System, dass niemals sein Versprechen einl&#246;sen kann. Ein Gesellschaftspiel, dass von den Spielern Angst und Gier verlangt. Die Suggestion, dass einen das alles gerade nichts angeht, aber&#8230;</p>
<p align="right">&#8230;irgendwann, irgendwo der Aufbruch kommt.</p>

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		<title>Im Fernsehen redete ein Mann</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 23:42:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>.markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Fernsehen redete ein Mann News. Nachrichten-Karaoke vom Teleprompter. Einzelne, wenige Widerstandsk&#228;mpfer hatten sich aus dem Haar gel&#246;st und standen steilvortretend f&#252;r die anderen auf. Aufstand in Drei-Wetter-Taft-Land. Die Gesichtsmaske blinzelte arythmisch aber fortw&#228;hrend und nur f&#252;r einen kurzen Moment tanzte eine Augenbraue aus der Reihe. Die Worte pendelten auf dem schmalen Grat zwischen Beobachtung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://blog.argwohnheim.de/wp-content/uploads/2008/11/television.jpg" alt="Television" width="496" height="329" /></p>
<p class="cap">Im Fernsehen redete ein Mann News. Nachrichten-Karaoke vom Teleprompter. Einzelne, wenige Widerstandsk&#228;mpfer hatten sich aus dem Haar gel&#246;st und standen steilvortretend f&#252;r die anderen auf. Aufstand in Drei-Wetter-Taft-Land. Die Gesichtsmaske blinzelte arythmisch aber fortw&#228;hrend und nur f&#252;r einen kurzen Moment tanzte eine Augenbraue aus der Reihe. Die Worte pendelten auf dem schmalen Grat zwischen Beobachtung und Gleichg&#252;ltigkeit. Der Mund stanzte ein Wort nach dem anderen wohlartikuliert aus und verband sie zu einer gleichf&#246;rmigen Sprachmelodie. Der Singsang der Gesellschaft. Bilder zeigten Bilder. Zeigten einen Mann reden. Menschen jubeln. Zahlen rein- und rausflie&#223;en. Buchstaben umherwandern.<br />
Ein Medikament pr&#228;sentierte das Wetter, das wirbelnd &#252;ber eine Landkarte zog, gejagt vom Zeigefinger einer Frau. Mildes L&#228;cheln pr&#228;sentierte eine gestreifte Bluse. Gestreifte Bluse pr&#228;sentierte ein mildes L&#228;cheln. Eine Bank pr&#228;sentierte sich. Zerkl&#252;ftet von wei&#223;en Zacken thronte die schwarze Anzeigetafel. Eine Brille, ein blaues Hemd, karierte Krawatte und ein Mikrofon verliehen dem Mensch davor Gewicht, keine W&#252;rde.</p>
<p>Im Fernsehen redete ein Mann &#8211; die Worte habe ich vergessen</p>
<p><sub>(Bildvorlage: <a href="http://flickr.com/photos/dailyinvention/497294952/">dailyinvention</a>)</sub></p>

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		<title>Der Fortschritt hat uns Fackeln und Forken genommen</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Oct 2008 21:02:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>.markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die B&#246;rse: Ein Fernsehpreis, der mit 500 Milliarden dotiert ist, wird von J&#246;rg Haider abgelehnt. Die Finanzkrise stirbt mit &#252;berh&#246;hter Geschwindigkeit bei einem Autounfall. Das Rettungspaket wird in der ARD feierlich vom Sprecher des Magnaten &#252;berreicht, der die Wunden der Banken mit Arbeitnehmerverb&#228;nden verbindet. Das Wetter: Heiter bis wolkig. H&#246;chstwerte bis 18 Grad. Morgen gehe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die B&#246;rse: Ein Fernsehpreis, der mit 500 Milliarden dotiert ist, wird von J&#246;rg Haider abgelehnt. Die Finanzkrise stirbt mit &#252;berh&#246;hter Geschwindigkeit bei einem Autounfall. Das Rettungspaket wird in der ARD feierlich vom Sprecher des Magnaten &#252;berreicht, der die Wunden der Banken mit Arbeitnehmerverb&#228;nden verbindet. Das Wetter: Heiter bis wolkig. H&#246;chstwerte bis 18 Grad. Morgen gehe ich spazieren. Vielleicht esse ich einen Apfel. Es ist ja gerade Apfelernte. Da gibt&#8217;s die frisch von den B&#228;umen &#8211; kleinen Reihenb&#228;umen, auf Apfelertrag maximiert, nicht hoch genug f&#252;r Banker. Die B&#228;ume verlieren langsam ihre Bl&#228;tter, Bl&#228;tter langsam ihren Wert, steigen dann zur Sonne empor und st&#252;rzen brennend auf die Erde zur&#252;ck. Feuerwehrleute l&#246;schen und stiefeln mit wichtigen Mienen &#252;ber den verbrannten Boden. Im Nebel sieht man nur vage Umrisse. Ein Auto f&#228;hrt mit &#252;berh&#246;hter Geschwindigkeit eine Stra&#223;e entlang. Im Fernsehen wird ein Finanzpreis verliehen. Im Herbst pfl&#252;cken polnische Helferh&#228;nde 500 Milliarden &#196;pfel. J&#246;rg Haider wird keinen Apfel mehr essen, auch wenn er nicht weit vom Stamm gefallen ist. Apfelb&#228;ckchen hat ein M&#228;dchen, dass den Arbeitgeberverb&#228;nden die Wunden verbindet. An B&#246;rsen feiern sie die Hilfspakete des Roten Finanzkreuzes und ein Dachs schnellt pl&#246;tzlich in die H&#246;he, als ein Auto mit &#252;berh&#246;hter Geschwindigkeit im Nebel die Stra&#223;e entlang f&#228;hrt&#8230;</p>

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		<title>Kapitale Fehler</title>
		<link>http://blog.argwohnheim.de/2008/09/30/kapitale-fehler/</link>
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		<pubDate>Tue, 30 Sep 2008 17:10:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>.markus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Kuh betritt st&#252;rmisch und offensichtlich in Eile einen kleinen Lebensmittelladen und sagt &#8220;Ich m&#246;chte gerne ein Ei kaufen&#8221;. Der Verk&#228;ufer sagt: &#8220;Einen Augenblick bitte, das Huhn war zuerst da&#8221;. So endet die Fabel. Was lernen wir daraus? Nichts. Keinen Sinn, keine Moral, keinen Zusammenhang &#8211; es klingt aber lustig. Ungewollt belustigend, durch den gro&#223;en [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="cap">Eine Kuh betritt st&#252;rmisch und offensichtlich in Eile einen kleinen Lebensmittelladen und sagt &#8220;Ich m&#246;chte gerne ein Ei kaufen&#8221;. Der Verk&#228;ufer sagt: &#8220;Einen Augenblick bitte, das Huhn war zuerst da&#8221;. So endet die Fabel.<br />
Was lernen wir daraus? Nichts. Keinen Sinn, keine Moral, keinen Zusammenhang &#8211; es klingt aber lustig. Ungewollt belustigend, durch den gro&#223;en Verbreitungsgrad aber eher schmerzlich, die Kapitalismuskritik und die Kritik der Kapitalismuskritik t&#246;nt in den Feuilletons &#228;hnlich. Einerseits freudige Totenges&#228;nge auf den Beerdigungstrauerlichkeiten, mit H&#228;me werden die Sargdeckel aufgeklappt und die Spaten gesch&#228;rft. Auf der anderen Seite findet man Monty Pythoneske &#8220;Er ist noch gar nicht tot, es geht ihm schon viel besser&#8221;- Rufe, die den Movern und Shakern der Finanzkrise die Hand sch&#252;tteln und bewegte Postulate verfassen. Im Chor der Postulanten singt auch Josef Joffe <a href="http://www.zeit.de/2008/40/Zeitgeist-40?page=all">in der ZEIT</a> gegen den Zeitgeist &#8220;Nieder mit dem Kapitalismus&#8221;. Doch der steinige Weg der Beweisf&#252;hrung ist gepflastert mit willk&#252;rlichen Fakten.</p>
<blockquote>
<p>&#8230;Der fabelhafte Reichtum der modernen Welt l&#228;sst sich vom Kapitalismus ebenso wenig trennen wie die Demokratie. Arme Gesellschaften sind selten demokratisch, und reiche sind selten autorit&#228;r (Ausnahmen heute: Russland oder Arabien, wo die Bodensch&#228;tze Staatseigentum sind). Welche Rechte hatte denn der Knecht im Feudalismus, der Proletarier im St&#228;ndestaat? Was war denn demokratisch am Sowjetsystem, wo nicht der Mensch mit dem Rubel, sondern der Kommissar mit der Knute bestimmte, was zu produzieren sei?&#8230;</p>
</blockquote>
<p>Womit wir wieder beim Faubulieren w&#228;ren. Man kann den Kapitalismus als Sieger nach Punkten erkl&#228;ren, wenn man ihn mit Leibeigenschaft und der Unterdr&#252;ckung im Sowjetsystem vergleicht. Doch das Abarbeiten am Rechts-Links-Schema ist nur dann sinnvoll, wenn man beweisen will, dass der Kapitalismus den bisherigen &#8220;gescheiterten Gesellschaftsmodellen&#8221; wie dem Sozialismus sowjetischer Auspr&#228;gung &#252;berlegen war.</p>
<p>Ich selber bin durch den Kapitalismus privilegiert. Mir geht es hier gut. Ich k&#246;nnte zwar alle meine Ersparnisse nach einem Einkaufsbummel im &#246;rtlichen Discounter in einem Einkaufswagen nach Hause bringen, doch die Umst&#228;nde, in denen ich hier lebe, erm&#246;glichen mir ein materiell relativ sorgenfreies &#220;berleben in Wohlstand. Das gilt f&#252;r mich. F&#252;r die meisten von <em>uns</em> und f&#252;r Herrn Joffe. Wie kommt man aber darauf, den Status Quo des Kapitalismus als voll funktionsf&#228;higes Gesellschaftsmodell zu feiern? Nur, indem man seine Gewinner mit den Verlierern anderer Systeme vergleicht, den Apfelbaum mit dem Apfelbutzen, den kleinen Sojwetarbeiter mit dem Einfamilienhausbesitzer. Wie lautet das wirtschaftliche Mantra unseres <em>eigentlichen</em> Zeitgeistes? <strong>Globalisierung</strong>. &#8220;Man muss das global sehen&#8221;, sagt man und das sage ich auch. Heute h&#228;ngt alles mit allem zusammen. Wenn hier eine Frau mit den Wimpern schl&#228;gt, bricht in S&#252;damerika ein Kriegsturm aus. Das ist keine Chaostheorie, sondern die Auswirkung unseres real existierenden Kapitalismus, der weit hinter seinen Idealen geblieben ist. Dessen Vertreter die Freiheit einseitig in Anspruch nehmen wollen, gleichzeitig aber &#252;ber staatliche Subventionen und Handelsabkommen &#8211; etwa durch die EU &#8211; nur eine Wohlstandsinsel schaffen k&#246;nnen. Die armen Bewohner des Verliererkontinentes versuchen verzweifelt mit morschen Booten auf diese Insel zu kommen, im &#252;bertragenen und im w&#246;rtlichen Sinne.<br />
Auch wenn man kein &#8220;Weltverbesserer&#8221; ist, sollte man sich bewusst machen, dass etwa mehr als eine Milliarde Menschen nicht einmal Zugang zu sauberem Trinkwasser hat und Firmen wie NestlÃ© den Wassermarkt in Entwicklungsl&#228;ndern monopolisieren. Prost. Mal ehrlich, solche Firmen haben ihr soziales Gewissen in die Marketingabteilung ausgelagert und wer ernsthaft glaubt, dass die v&#246;llige Liberalisierung der (Finanz-)m&#228;rkte zum Wohle aller sei, dem kann ich ein Sozialpraktikum in einem von unserer Wirtschaftsdiktatur zerr&#252;tteten Land empfehlen. Firmen sind weder gut noch b&#246;se, sie sind profitorientiert und nicht sozial. Das ist ihre Natur. Aber aus realen Gewinnen realer Produkte wird ein perverses Gl&#252;cksspiel gemacht. Losgel&#246;st von &#8220;echten&#8221; Werten wird mit dem potentiellen Gewinn potentieller anderer Gewinne, die mit geliehenem Geld anderer Anleihen, dass verzinst wurde, spekuliert &#8211; vereinfacht gesagt. Dass damit die Raffgier asozialer Arschl&#246;cher reale Massenentlassungen, Hungersn&#246;te und Kriege ausl&#246;sen k&#246;nnen, daf&#252;r danke ich dir, Weltwirtschaftssystem.</p>
<p>Nein, den Kapitalismus muss man nicht immer am Sozialismus messen, sondern an den Opfern die bringen muss und an die Segnungen und M&#246;glichkeiten, die er nach humaner Sozialisierung mit sich bringen k&#246;nnte. Weitergehen, sage ich, hier gibt es zwar schon was zu sehen, aber das reicht nicht &#8211; und das <strong><em>hier</em></strong> ist nicht der moralische Zeige-, sondern der moralische Mittelfinger.</p>

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		<title>Jugend ohne Spott?</title>
		<link>http://blog.argwohnheim.de/2008/09/21/jugend-ohne-spott/</link>
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		<pubDate>Sun, 21 Sep 2008 21:08:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>.markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Humorvolles]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Jugend ohne Spott?&#8221; &#8211; Der gescheiterte Versuch einer Replik, die ein dummes Wortspiel &#252;ber die Suche eines ad&#228;quaten lateinischen Begriffes als Titel stellte und diesen Satz jetzt zudem vollkommen unmotiviert mit einem Fragezeichen beendet? In der ewig w&#228;hrenden Jugenddebatte (gef&#252;hlt seit 4000 v. Chr. allerdings ohne Aufzeichnungen) polemisiert aktuell Jens Jessen im Feuilleton der ZEIT [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Jugend ohne Spott?&#8221; &#8211; Der gescheiterte Versuch einer Replik, die ein dummes Wortspiel &#252;ber die Suche eines ad&#228;quaten lateinischen Begriffes als Titel stellte und diesen Satz jetzt zudem vollkommen unmotiviert mit einem Fragezeichen beendet?</strong></p>
<p><img src="http://blog.argwohnheim.de/wp-content/uploads/2008/09/cimg2515-1.jpg" alt="CIMG2515" width="496" height="372" /></p>
<p class="cap">In der ewig w&#228;hrenden Jugenddebatte (gef&#252;hlt seit 4000 v. Chr. allerdings ohne Aufzeichnungen) polemisiert aktuell Jens Jessen im Feuilleton der ZEIT unter der &#220;berschrift &#8220;<a href="http://www.zeit.de/2008/36/Jugend-ohne-Charakter?page=all">Die traurigen Streber</a>&#8220;. <em>Wo sind Kritik und Protest der Jugend geblieben? Die Angst vor der Zukunft hat eine ganze Generation entmutigt.</em>&#8221; Manuel J. Hartung und Cosima Schmitt sehen das in ihrer Replik &#8220;<a href="http://www.zeit.de/2008/37/Erwiderung-Jugend?page=all">Die effizienten Idealisten</a>&#8221; als positive Entwicklung und Evelyn Finger weist in einem weiteren Debattenbeitrag &#8220;<a href="http://www.zeit.de/2008/38/Jugend?page=all">Die Bombe tickt</a>&#8221; auf die gef&#228;hrliche Entwicklung in sozial-schwachen Gesellschaftsschichten hin. Die Kommentare zu dem jeweiligen Artikel kann man sich sparen, da vier von zehn Disputanten ihn nicht gelesen, und drei von zehn ihn nicht verstanden haben.<br />
Ein interessanter Diskussionsbeitrag kommt aber von <a href="http://www.simoncolumbus.de/2008/09/20/traurige-streber-und-rebellen-ohne-ideale/">Simon Columbus</a>, dessen Analyse ich weitgehend zustimme, auch wenn ich in der weiteren Entwicklung eine andere Konsequenz sehe. Aber jetzt mal ernsthaft:<br />
Als &#8211; &#228;h- Jugendlicher (gerade 23 Jahre, aber stetig &#228;lter werdend. Unausweichlich. Bl&#246;de Sache. Ja doch! Aber jetzt geht&#8217;s mit dem Haupttext weiter, wir sind ja nicht zum Spa&#223; hier) darf ich mich ja kaum berufen f&#252;hlen, an dieser Debatte teilzunehmen, die mit historischem Ballast &#252;berladen, auf dem aufgew&#252;hlten Diskussionswasser im Nebel der Meinungen, Umfragen, Statistiken und des hitzigen Feuilltonsdampfkochtopfes segelt (Die Nautik wurde gerade schamlos f&#252;r eine endlossatzige Metapher ausgebeutet). Aber ich bin jung, quasi nage ich am Zahn des Zeitgeistes und die Vertreter der Diskussion k&#246;nnten meine Eltern sein. Papa lass das jetzt. Ich sehe das anders. Sag Mama einen lieben Gru&#223; von mir. Ja, da ich mich gerade sehr jugendlich f&#252;hle, bin ich mal so peter und frei, etwas Licht ins Dunkel der Besenkammer der Geschichte zu bringen. Wenn das Internet mehr interagieren und multimedieren k&#246;nnte, w&#252;rde an dieser Stelle ein Trommelwirbel kommen. Vorhang auf!</p>
<p>Alles begann mit dem Jahr 1968. Oder endete. Das h&#228;ngt von der Sichtweise ab. Die einen rauchen heute noch sehns&#252;chtig Gedenkhaschischzigaretten, die anderen h&#228;ngen schlapp am Reck und tr&#228;umen von Zeiten der Wirtschaftsaufschw&#252;nge und klimmz&#252;gen sich gelegentlich an Wertkulturkonserven wieder hoch. Eines steht f&#252;r mich jedenfalls fest. Das Jahr 1968 war der gr&#246;&#223;te Autounfall in der deutschen Geschichte. Alles waren dabei. Alle waren Augenzeugen. Aber frag sie jetzt mal, welche Farbe das Auto hatte. Vielleicht war es auch doch nur ein Fahrradunfall.<br />
Diese Leute sind jetzt &#228;lter geworden. Dazwischen gab es ein paar Jahrzehnte, die man getrost &#252;berspringen kann, wenn man nur nicht vergisst anzumerken, dass die Jugendlichen komische Klamotten trugen und seltsame Musik h&#246;rten. Was uns jetzt irgendwie ins Heute, Hier und Jetzt der aktuellen Gegenwart f&#252;hrt (Oh, schon wieder eine Klammer. Sowas! Wenn Sie &#252;ber 40 sind k&#246;nnen Sie diese zum Verschnaufen nutzen, kurz innenhalten und sagen: Ach, damals&#8230;).<br />
Was uns alle Menschen auf der Erde verbindet, ist das Streben nach Gl&#252;ck, nach Zufriedenheit in unserem Leben. Das steht fest und da bin ich so frei, f&#252;r alle zu sprechen. F&#252;r alle, au&#223;er f&#252;r die Katholiken. Die haben daf&#252;r nach Lebensende eine ph&#228;tte After-Show-Party. Das Verlangen nach Lebensgl&#252;ck verbindet den Jugendlichen aus dem 14. Jahrhundert, der Pferde&#228;pfel von der Stra&#223;e aufklauben musste, mit dem Jugendlichen von heute, der in der Gewissheit der Ungewissheit globalisierter und postmoderner Zeiten lebt. Der Pferdeapfeljunge verdiente &#252;brigens sp&#228;ter genug, um sich einen Handkarren leisten zu k&#246;nnen. Er lernte ein M&#228;dchen kennen, mit dem er nach kirchlicher Trauung als Pferdeapfelmann drei Kinder hatte, die alle komische mittelalterliche Namen trugen. Als Pferdeapfelopa starb er gl&#252;cklich und zufrieden in seinem Eigenheim (das nur vom Herzog geleast war, aber Finanzgeschichte spielt hier nun wirklich keine Rolle). Doch der Junge von heute?<br />
&#8220;<a href="http://kommentare.zeit.de/commentsection/url/2008/36/Jugend-ohne-Charakter?page=2#comment-187263">Leistungsbereite Jugend = Zukunft f&#252;r Deutschland</a>&#8221; fordert einer dieser &#8220;vielgescholtenen&#8221; BWLer im ZEIT-Kommentarsaustall. Da unterdr&#252;cke ich den Impuls, vom Sofa aufzuspringen, um zackig zu salutieren: &#8220;Leistungsbereit, wenn sie es sind, Sergeant!&#8221; Lieber m&#246;chte ich Pferde&#228;pfel sammeln gehen. Das Gl&#252;ck der Erde, kommt aus dem Backend der Pferde.</p>

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		<title>Schw&#228;bische Ferien</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Aug 2008 18:36:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>.markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bilder]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Herr Punkt Markus (Nase wei&#223;) Schw&#228;bische Ferien ist noch kein gesetzter Begriff, jedenfalls brachte weder eine Umfrage im Bekanntenkreis, noch die Internetsuche Ergebnisse. Ich beanspruche hiermit den Begriff erfunden zu haben und Internetarchive und Google-Cache m&#246;gen mein Zeuge sein. Kommen wir zur Bedeutung der &#8220;Schw&#228;bischen Ferien&#8221;. Es hei&#223;t: In seiner freien Zeit unentgeltlich am eigenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://blog.argwohnheim.de/wp-content/uploads/2008/08/img-7225.jpg" alt="IMG 7225" width="496" height="371" /></p>
<p><sub>Herr Punkt Markus (Nase wei&#223;)</sub></p>
<p class="cap">Schw&#228;bische Ferien ist noch kein gesetzter Begriff, jedenfalls brachte weder eine Umfrage im Bekanntenkreis, noch die Internetsuche Ergebnisse. Ich beanspruche hiermit den Begriff erfunden zu haben und Internetarchive und Google-Cache m&#246;gen mein Zeuge sein. Kommen wir zur Bedeutung der &#8220;Schw&#228;bischen Ferien&#8221;. Es hei&#223;t: <em>In seiner freien Zeit unentgeltlich am eigenen Hause, am Hause der Eltern oder am Nachbarhause zu arbeiten, zur Versch&#246;nerung und zum eigenen Wohlempfinden.</em><br />
Ich pflegte hier schon immer die Bauarbeiterromantik und stilisierte den Akt der <em>einfachen</em> k&#246;rperlichen Arbeit. Kleinliche Mediendiskussionen haben wir genug in Blogs und manch einem Disputanten &#252;ber Social Networks m&#246;chte man fast eine Schaufel in die Hand dr&#252;cken und sagen: Arbeite!</p>
<p><span id="more-1271"></span><img src="http://blog.argwohnheim.de/wp-content/uploads/2008/08/img-7189.jpg" alt="IMG 7189" width="620" height="826" /></p>
<p>Die Katharsis der k&#246;rperlichen Arbeit sch&#228;tze ich. Es ist ein Jammer, dass vielen Arbeitsbereichen das geistige Fundament genommen wurde und die Ausf&#252;hrenden zu malochenden Arbeitstieren, zu Quadratmeterklotzern und menschlichen Baumaschinen degradiert wurden. Die Romantisierung fr&#252;herer Arbeitsverh&#228;ltnisse ist sicher falsch, dennoch k&#246;nnte man heute anders arbeiten, wenn es unsere Gesellschaft zulassen w&#252;rde. Auch die Sympathie die einem in dreckiger Arbeiterkleidung entgegen gebracht wird, richtet sich leider nicht selten nach &#8220;Klassenunterschieden&#8221;. Da gibt es etwa die Arroganz von gewissen Architekten, die ohne Gru&#223; mit Lackschuhen und gehobenem Hosensaum &#252;ber eine Baustelle laufen und ihre studierte Inkompetenz von technischen Abl&#228;ufen auf der Baustelle offen zur Schau tragen. Von ihrer h&#228;sslichen postmodernen Gestaltung ganz zu schweigen. Dar&#252;ber werde ich noch schreiben. Dem geneigten Leser sei schon mal der gro&#223;artige Autor und Dokumentarfilmer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Wieland">Dieter Wieland</a> empfohlen, der schon fr&#252;h gegen den billigen Kitsch und die kalte nackte H&#228;sslichlichkeit der Moderne k&#228;mpfte. Hier erstmal wieder nur Bilder:</p>
<p><img src="http://blog.argwohnheim.de/wp-content/uploads/2008/08/img-7211.jpg" alt="IMG 7211" width="620" height="464" /></p>
<p><img src="http://blog.argwohnheim.de/wp-content/uploads/2008/08/img-7167.jpg" alt="IMG 7167" width="620" height="464" /></p>
<p><img src="http://blog.argwohnheim.de/wp-content/uploads/2008/08/img-7236.jpg" alt="IMG 7236" width="620" height="826" /></p>
<p><img src="http://blog.argwohnheim.de/wp-content/uploads/2008/08/img-7201.jpg" alt="IMG 7201" width="620" height="826" /></p>
<p><img src="http://blog.argwohnheim.de/wp-content/uploads/2008/08/img-7232.jpg" alt="IMG 7232" width="620" height="826" /></p>
<p><img src="http://blog.argwohnheim.de/wp-content/uploads/2008/08/img-7246.jpg" alt="IMG 7246" width="620" height="826" /></p>
<p><img src="http://blog.argwohnheim.de/wp-content/uploads/2008/08/img-7157.jpg" alt="IMG 7157" width="620" height="826" /></p>

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