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Licht ist mehr als nur Helligkeit

… Wir sollen in einem Styroporbunker sitzen, über uns eine Batterie Sonnenkollektoren, und nikotinfrei in die DSL-Röhre starren, die mutige Politikerinnen von Schmuddelkram befreit haben. Vor dem Schlafengehen, wenn wir das weiße Licht löschen, lesen wir noch einmal in der von den Iren abgelehnten EU-Verfassung, um zu wissen, wie gut für uns gesorgt wird und gesorgt werden wird. Dann träumen wir bilderlos….

Ulf Erdmann Ziegler in der FAZ. Schön. Danke.

Warum ich?

Eine Umfrage von und bei mir selbst hat ergeben, dass ich mir 9 von 10 empfohlenen YouTube-Videos nicht anschaue. Da entgehen mir tanzende Eichhörnchen, der neuste Mashup-Re:Art-Design-Style-Stuff und die schönsten Hits der 80er, der 90er und das Beste von heute. Das kann mir sowas von egal sein, rufe ich da. Damit kann ich leben. Der Dreck verstopft nur die Gedanken. Ich weiß natürlich zwischen Format und Inhalt zu unterscheiden und YouTube ist eben auch Plattform für wunderbare kleine filmische Kunststücke. Genug der Rechtfertigung, warum ich eines dieser YouTube-Videos poste, hier folgt ein großartiges Werk, das mit Musik, Fremdenfeindlichkeit und Bildern spielt:

(Uneingebettet)

(via)

Get Well Soon

Eine Liebeserklärung.

IMG 8185

Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der Virtualität nur eine Sehnsucht und nicht Realität1 war. Kurz nachdem der kleine Indianer seinen letzten Pfeil verschossen hatte, Detektivclubs wegen ausbleibender Fälle schlossen und das Baumhaus sich längst von Moos und Flechten grün färbte, tauchte das Internet in meinem Leben auf. Die Sehnsucht nach den unbekannten Weiten der Welt. Nicht in Form einer kleinen Adresszeile am oberen Rande des Bildschirmes, sondern als gebundenes Papier in Form einer Zeitschrift2. „Das Internet„, raunte man damals, „das wird noch mal ganz groß rauskommen„. Wie das in so einer Zeitschrift ist, gab es Artikel. Artikel über Technik (ungelesen). Artikel über Erotik im Netz (Bekenne, ja: „gelesen“. WIR hatten ja vorher nix, nur Unterwäschekataloge) und einmal eine Abhandlung über Netzliteratur und das Aufkommen von heute „Blogs“ genannten Netztagebüchern. Ich lese, seit dem ich es kann. Gerne und viel. Hier wurde mir Literatur versprochen. Große und kleine Momente des menschlichen Lebens. Persönlich. In Worte verpackt, die in kaum in Büchern ihr flauschiges Plätzchen finden würden. Emotionen und Gefühle, wild und frei in den unendlichen Weiten des Internets sirrend, singend, brüllend, resonierend. Das Bild, das ich mir vom „Schreiben ins Internet“ machte, habe ich heute redigiert. Das farbenfrohe Wunschgemälde ist einem diffusen Farbenrauschen gewichen, das durch Gleichförmigkeit benebelt. Vielleicht könnte man auch die Geschichte eines Perlentauchers als Metapher bemühen. Tausendmal in die Tiefe hinab gestiegen und selten eine Perle gefunden.

Dennoch (ich klammer hier mal die Menschen aus, die ich hier eh jedes Mal verlinke und lobe) gibt es in all dem öden Infotainment-Mist, genau diese fantastischen kleinen und großen Wunderwerke schriftlicher Kunst, die man mir, oder die ich mir einmal versprochen hatte. Die wirklich ganz große „Keine Geschichte über die Selbstmörderin, die mir in der Klapse das Leben gerettet hat.“ von hoch21 (Blog/Twitter) oder die immer wieder fantastische Silent Tiffy, die gerade hoffentlich nicht nur den Gedanken trägt, ein Buch zu schreiben, sondern das auch macht.

Dafür: Danke.

P.S. Namenspate für diesen Artikel ist „Get well soon„. Reinhören!

  1. Hinweis: Ich kann für solche Wortwitze nichts, sie kommen durch mich durch. Ach, ich bin doch letztlich nur ein Medium []
  2. gibt’s das heute noch? Zeitschriften über das Internet? []