Archiv für Mai 2008


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31. Mai 2008 - 00:01 Uhr

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Ganz recht. Man darf dem Herrn Punkt Markus gratulieren. Muss man natürlich nicht, er würde sich aber darüber freuen. Verständlicherweise1.

Fußnoten:
  1. Dieser Beitrag wurde vorgefertigt und veröffentlicht sich selbst, da ich gerade mit anderen Dingen beschäftigt bin. Einer feudalen Gartenparty z.B. []

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Fernsehlandschaftsgärtnerei

25. Mai 2008 - 15:20 Uhr

Gerne stelle ich mich großen Herausforderungen und gehe dann doch lieber mit Freud und Freund ein Käffchen trinken. So dressierte ich kein Zirkuspferd, entdeckte keine neue Gänseblümchenart und reformierte auch nicht das Fernsehprogramm. Mich fragt da keiner und wird da keiner fragen. Wenn mich aber da mal einer fragen würde, was ein sehr undenkbares, natürlich rein hypothetisches und gottseilobunddank vollkommen abwegiges Konstrukt ist, “lieber Herr Punkt Markus, was würden Sie denn gern an der aktuellen Fernsehlandschaft ändern“, ja dann würde ich mich von meiner Couch erheben und mit bedeutungsvoller Miene sagen: “Ich würde Blumen pflanzen”. Das wäre ein lustiger Satz. Natürlich auch metaphorisch und weil Fernsehlandschaftsgärtnerei so hübsch klingt.

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Ein weites Feld

21. Mai 2008 - 15:51 Uhr

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Es war einmal ein kleiner Bauernjunge - Ich. Das soll hier vieles er- und manches verklären. Man wächst schließlich nicht einfach so auf einem Bauernhof auf, ohne dass da etwas hängen bleibt. Etwa der latente Wunsch, mit einem Dreschflegel in die aktuellen Agrardebatten einzusteigen.
Ganz recht, ich bin ein Landei. Allerdings nicht aus einer industrialisierten Legebatterie, sondern Demeter, mit biologisch-dynamischer Freilandhaltung, auch geistig. Mein kindliches Ich schwelgt immer noch in romantischen Erinnerungen an die Zeit mit Menschen, Tieren und Natur. Damals war Bio der gewagte Vorstoß einiger “Spinner” zur Rückbesinnung auf nachhaltige, umweltfreundliche und ökologische Vorstellungen in der Landwirtschaft. Heute ist “Bio” ein Trend, ein EU-Gütesiegel, das immerhin die Produktion auf minimalem biologischen Niveau garantiert. Doch nicht alles was Bio ist, glänzt - Bio-Äpfel aus Neuseeland im Discounter etwa. Haha! Bei dieser hysterischen Biologisierung unserer Nahrungsmittel ist es verständlich, wenn man konterrevolutioniert. Dumm ist jedoch die Schadenfreude, wenn ein Bericht oder Test ein einzelnes Bioprodukt als schädlich entlarvt und alle zeigen mit dem Finger drauf und sagen: Haha. Wusste ichs doch. Ökospinner! Fortschritts-Loser!
Die Landwirtschaft steht heute mehr denn je am Scheideweg. Dieser Satz ist weder ein rhetorisch aufgeladenes Bedeutungsgewicht, noch visionär, sondern schlichte Wahrheit. Vom Ausmaß und Auswirkungen der Veränderungen in der Agrikultur macht man sich keine Vorstellung - ja, man kann sich keine Vorstellungen mehr davon machen, da wir inzwischen vom Erzeugungsprozess vollkommen entfremdet sind. Das wäre nicht weiter schlimm, man kann auch in Ruhe Milch trinken, ohne zu wissen, wie gemolken wird. Katastrophale Entwicklungen, getarnt unter dem leuchtenden Banner des Fortschritts und der Globalisierung, sollten aber mal ein allgemeines Bewusstsein schaffen. Liebe Blogger, hört mal für einen Tag auf, Google und Schäuble auf die Finger klopfen und widmet euch wirklich wichtigen Dingen.

Die Gentechnik wird von der einen Seite gerne als die Lösung all unserer Nahrungsmittelprobleme verkauft, von der anderen Seite dagegen scharf wegen unabwägbarer gesundheitlicher Risiken verurteilt. Ob sich die Gentechnik gesundheitlich auf uns auswirkt, ist nicht belegt, spielt aber keine Rolle, wenn man ihren Stellenwert in der globalisierten Agrikultur betrachtet. Per se ist sie nicht schlecht oder gut, kann aber in den falschen Händen jede andere Form der Landwirtschaft zerstören, so wie es gerade auch zu geschehen droht. Multinationale Agrarkonzerne wie Monsanto monopolisieren mit Patenten und nicht fortpflanzungsfähigem Saatgut den Vertrieb. Die Bauern werden Schritt für Schritt in die Abhängigkeit getrieben, die Sortenvielfalt und die freie Nutzung verschwindet.
Es ist ein perverses System, dass in den letzten Jahrzehnten aufgebaut wurde und dessen globale Auswirkungen kaum noch aufzuhalten sind. Die - im Verhältnis zur Bedeutung des Essens - spottbilligen Lebensmittelpreise, sind das Ergebnis einer subventionierten westlichen Nahrungsmittelindustrie, die das System auf Kosten der Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern am Laufen hält. Freie Marktwirtschaft und Freihandelszonen sind euphemistische Begriffe für das staatlich unkontrollierte, teilweise sogar geförderte Ausbeuten armer Länder und die Zerstörung deren Agrikulturen. Ein Beispiel dafür ist “die amerikanische Saat der Demokratie” im Irak.
Der Deckmantel und Sympathieträger der Genfood-Industrie ist der scheinbar fantastisch verbesserte Ertrag. Gemessen am minimalen Arbeitsaufwand, bei größtmöglicher Ernte pro Quadratmeter Feld, mag das durchaus zutreffen. Und bis hierhin gehen auch bloß die Hoffnungen derer, die sich eine Ernährung der ganzen Welt mit Hilfe von Gentechnik erträumen. Aber es geht noch weiter. Die Lebensmittelmenge - global betrachtet - wäre noch nie ein Problem für Unterernährung gewesen. Wenn man jedoch die regionalen Landwirtschaftskreisläufe zerstört und die Ernährung durch künstliche, preisteigernde Verknappung, Profitgier und Börsenspekulationen vom Grundrecht zur Geldfrage degradiert, treten die Erscheinungen auf, die wir heute sehen. Eine gesunde, nachhaltige, regional oder staatlich autarke Landwirtschaft, würde das Verhungern der Menschen nicht von der Profitmaximierung der Unternehmen abhängig machen. Die indirekte Ernährung des Menschen durch die Landwirtschaft, in vielen Ländern immer noch der wichtigste Erwerbszweig, fällt weg und wird industrialisiert. Modern ja, ertragsreich, klasse - doch nur wir und unsere Konzerne profitieren davon.

Es ist ein weites Feld.
Ich empfehle allen wärmstens, nein dringlich, sich diesen Film anzuschauen “We feed the world ” (Google-Video).

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Putzig

21. Mai 2008 - 11:54 Uhr

Man dachte, man hätte schon alles gesehen, dann sowas: Ein Eichhörnchen, das die Streusalzablagerungen am Sockelputz ableckt.

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“Immer unter Zugzwang” - Im Gespräch mit einer Lokomotive

18. Mai 2008 - 16:36 Uhr

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Foto: *MarS

“Immer unter Zugzwang” - Im Gespräch mit einer Lokomotive

Wir sind in einer Reparaturhalle verabredet. Dämmerlicht dringt durch verschmutzte Oberlichter, es riecht nach Metall und Öl. Hammerschläge hallen durch das Gebäude und Stimmen wandern diffus umher. Die Lokomotive steht auf einem Nebengleis und begrüßt mich freundlich.

In der Vorbereitung zu diesem Gespräch stellte ich mir die Frage, wie redet man eine Lokomotive an. Mit “Frau” wegen des weiblichen Artikels von “die” Lokomotive? Oder ganz sachlich, sächlich unbenannt?

Loko: Es hilft sicher, wenn man meine, also wenn man die funktionelle Existenz von Lokomotiven betrachtet. Ich bin ein konstruiertes “Ding” und lege daher keinen Wert auf eine geschlechtlich korrekte Anrede. Sie können mich einfach Loko nennen.

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